17.11.2017

Barbara Otte-Kinast (Agrar) + Olaf Lies (Umwelt)

So heißen die beiden frisch nominierten Minister in den Ministerien Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) und Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU).

Frau Otte-Kinast (CDU) löst den Grünen Politiker Christian Meyer ab. Die bisherige Vorsitzende des Landfrauenverbandes in Niedersachsen betreibt mit ihrem Mann in Bad Münder einen Milchviehbetrieb, Ackerbau und eine Biogasanlage.
In der Vergangenheit funktionierte die Zusammenarbeit mit dem ML gut. Christian Meyer war regelmäßig Gast auf den Mitgliederversammlungen des AVN, wertschätzte die ehrenamtlichen Leistungen der Angler und stärkte uns mehrfach den Rücken in der Auseinandersetzung mit PeTA.
Wir hoffen sehr, dass Frau Otte-Kinast ebenfalls ein offenes Ohr für unsere Anliegen hat.

SPDler Olaf Lies wechselt vom Wirtschafts- ins Umweltministerium und beerbt Stefan Wenzel, den für uns so schwer zugänglichen Grünen. Lies, Elektrotechnik-Ingenieur aus Sande im LK Friesland, war Stellvertretender Landesvorsitzender der SPD und Aufsichtsratsmitglied bei Volkswagen.
Wir sind sehr gespannt, welche Akzente er im MU setzen kann.

Wir wünschen Frau Otte-Kinast und Herrn Lies gute, fachlich kompetente Berater und das nötige Fingerspitzengefühl für zukunftsfähige Entscheidungen.

Mehr zu den neuen Ministern der Großen Koalition in Niedersachsen finden Sie hier.

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Fotos: © dpa

 

14.11.2017

Martin Schüppel erhält Schröter-Preis

Der Grasberger ist seit den 70er Jahren als Mitglied und langjähriger Vorsitzender des Fischerei- und Gewässerschutz-Verei Lilienthal und Umgebung e.V. für die Wiederansiedlung der Meerforelle aktiv.
Jens Schmidt, Präsident des Lion's Club Lilienthal, zeichnete Martin Schüppel stellvertretend für die engagierten Ehrenämtler des AVN-Vereins aus und überreichte einen Scheck über 1.000,00 EURO.

In seiner Laudation für den Preisträger sagte Schmidt:
"Gerade in Zeiten immer stärkerer Digitalisierung der Freizeit mit Smartphone & Co braucht die Gesellschaft Menschen, die Kinder für die Natur begeistern. Sie es beim Angeln, Kanufahren oder in Naturschutzprojekten, Kinder an die frische Luft und in Bewegung zu bringen, ist eine hochaktuelle gesellschaftliche Aufgabe. Ganz nebenbei erfahren Kinder die natürlichste und artgerechteste Form der Nahrungsmittelbeschaffung."
Jäger und Angler und unter ihnen Persönlichkeiten wie Martin Schüppel, spielten dabei eine herausragende Rolle, da sie frei von wirtschaftlichen und existenziellen Interessen wichtige Fürstreiter für gesunde und natürliche Lebensräume seien und eine wichtige Bildungsaufgabe erfüllten.

Das Geld will Martin Schüppel in ein neues Umweltbildungsprojekt investieren, das Schulkindern die Lebewelt im Wasser und die Prozesse rund um Trink- und Grundwasser nahebringen will.

Hieronymus Schröter wurde im 18. Jahrhundert als Oberamtmann in die Moorlandschaft von Lilienthal versetzt. In seiner Freizeit widmete er sich der Astronomie, entwickelte und baute eigene Teleskope und machte in seinem damals größten Observatorium Europas zahlreiche Entdeckungen, die bis heute Bestand haben. Mit dem Preis würdigte der Lion's Club zum 19. Mal einen Menschen, der sich in seiner Freizeit für die Allgemeinheit besonders verdient gemacht hat.

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Foto: © F. Möllers / AVN

 

08.11.2017

Jahresbericht der Binnenfischerei und Aquakultur

Mehr als 41.000 t Fisch wurden im Berichtsjahr 2016 in Aquakulturanlagen produziert oder durch Erwerbs- und Angelfischer entnommen, so die aktuelle Darstellung des jetzt veröffentlichten Berichtes.

Auf etwa 1.8 Millionen Fischereischeininhaber in Deutschland entfallen dabei 18.000 t (die Autoren gehen aufgrund verschiedener methodischer Probleme davon aus, dass dieser Wert zu hoch sei), Seen- und Flussfischerei erbeuteten 2.800 t.
20.400 t stammen aus Aquakulturanlagen (Teiche, Rinnen, Warm- und Kaltwasseranlagen, Netzgehege, usw.).
Den größten Anteil machten Regenbogenforellen aus mit 8.500 t. Trotzdem wurden knapp 50.000 t derselben Art importiert, nahezu die Hälfte des Gesamtimportes von Süßwasserfisch von 119.000 t.
Der Eigenversorgungsanteil liegt damit bei 15%, der Pro-Kopf-Verzehr von Süßwasserfisch bei 1,4 kg / Jahr.

Insgesamt etwa 7.000 Betriebe erwirtschaften in Deutschland Fisch, 6.000 davon in Aquakultur, 650 arbeiten als Erwerbsfischer.

Noch einige Fakten zu den Anglern:
In Niedersachsen wurden 2016  > 6.600 Fischerprüfungen bestanden, es gibt geschätzt 250.000 Fischereischein-Inhaber, die eine Gewässerfläche von 31.500 ha nutzen können.

Zum Vergleich:
In Bayern legten 11.200 die Fischerprüfung ab, es gibt 280.000 Fischereischeininhaber, die auf 90.000ha Gewässer beangeln können.
Bei unseren Nachbarn in Nordrhein-Westfalen lauten die drei Werte: 9.900 Fischerprüfungen, und 215.000 Fischereischeininhaber teilen sich eine Gewässerfläche von 54.300ha.

Weitere spannende Fakten und Zahlen finden Sie im Bericht, den Sie hier als PDF herunterladen können:
Jahresbericht Binnenfischerei und Aquakultur 2016.

FMO 090825 070807

Elbefischer Christian Köthke bei der Arbeit, Foto: © Florian Möllers

 

 

30.10.2017

Glandorfer Schüler angeln weiter

What goes around, comes around:
Da fordert die PeTA im Januar diesen Jahres mehrere Schulen auf, ihre Angel-AGs zu streichen. Und lobt in einer Pressemeldung dieser Woche die Schule in Glandorf, Landkreis Osnabrück, dafür, dass sie ihre Angel-Angebote eingestellt habe.

Der verantwortliche Lehrer an der Ludwig-Windthorst-Schule berichtete in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung, die PeTA habe vor ihrer neuesten Pressemitteilung nicht mit der Schule gesprochen.
Das Angel-Angebot sei lediglich aus organisatorischen Gründen vorübergehend beendet worden und werde spätestens im nächsten Jahr wieder aufgenommen.
Denn "es gebe nach wie vor ein großes Interesse der Schüler".

Bereits im Januar hatte die Schule klargestellt:
"Durch das Angeln und die Verwertung selbst gefangener Fische werden die Kinder und Jugendlichen stark sensibilisiert, dass Fische eben nicht aus der Gefriertruhe kommen, sondern Lebewesen sind, für deren Lebensräume auch der Mensch verantwortlich ist und mit denen maß- und verantwortungsvoll umzugehen ist."

Übrigens: Wie aus dem Bild zu ersehen - das aktuelle (Eigen)lob inkl. Pressemeldung hat PeTA offenbar gelöscht.

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Foto: website PeTA Deutschland

24.10.2017

Sickersäfte sind eine große Gefahr für unsere Gewässer!

Fast überall ist der Mais geerntet, große Silage-Lagerstätten ("Silagemieten") werden eingerichtet.
Bisweilen ohne ausreichende Sicherung, um das Austreten von gefährlichen Sickersäften zu verhindern.

Unter Sickersäften fasst man Flüssigkeiten zusammen, die - nomen est omen - aussickern, wo landwirtschaftliche Produkte unsachgemäß gelagert werden. Meist sind diese Säfte klar, aber extrem nährstoffreich. Sie entstehen bei der Zersetzung (oder der Pressung) von Pflanzenmaterial und zwar vor allem dann, wenn die Silage zu feucht eingelagert wurde.

Die Sauerstoffzehrung der Sickersäfte ist zwei bis drei mal so groß wie bei Gülle!

Gelangen die Säfte also in größerer Menge in ein Gewässer, fällt der Anteil des gelösten Sauerstoffes im Wasser binnen Stunden unter die für Fische und andere Lebewesen tödliche Mindestkonzentration - die Tiere ersticken qualvoll.


Bei nicht ordnungsgemäßer Anlage/Sicherung der Silagemieten und Ausspülung der Sickersäfte (etwa durch Regen) kann es zu starken Gewässerverunreinigungen und Fischsterben kommen, wie wir in den letzten Jahren leider immer wieder feststellen mussten.

Fahren Sie dieser Tage also mit offenen Augen durch die Kulturlandschaft und steigen sie ruhig mal aus und schauen genauer hin:
Warnsignale sind z. B. das plötzliche Auftreten von Abwasserpilzen in Gräben und Bächen (siehe Fotos).

Wir sind für jede Meldung außerordentlich dankbar und werden sie an die zuständigen Stellen weiterleiten!

Mehr zum Thema Silagesickersaft und Gewässerschutz z.B. unter: https://www.lfl.bayern.de/…/silagesickersaft-gewaesserschut…


2017 10 24 GrafikSickersaft

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Grafik / Fotos: R. Gerken / AVN