31.03.2017

Streichung aus dem Ferienpassprogramm soll zurückgenommen werden

CDU, FDP, GRÜNE, SPD und auch die AfD fordern die Verwaltung der Stadt Osnabrück auf, Angelangebote für Kinder wieder ins Ferienpassprogramm der Stadt aufzunehmen. Die generelle Verunglimpfung des Angelns durch PETA müsse aufhören, die Einflussnahme sei unverhältnismäßig, äußerte sich die SPD.

Die Jugendpflege der Stadt hatte Angelangebote aus dem Ferienpassprogramm gestrichen, nachdem PETA Ende 2016 einen Veranstalter einer Angelaktion angezeigt hatte - ohne Erfolg: die Staatsanwaltschaft wies die Klage zurück.

sat1 REGIONAL brachte gestern einen TV-Beitrag zur Entscheidung der Osnabrücker Stadtverwaltung (2:50 min)

So äußern sich Osnabrücks Politiker:

„Kinder und Jugendliche begreifen sich bei diesem Programm als Teil des komplexen und schützenwerten Ökosystems, eine Erfahrung, die von der Peta völlig außer Acht gelassen wird“, meinen SPD-Ratsfrau Kerstin Lampert-Hodgson, kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Fraktion und Fraktionsvorsitzender Frank Henning.
Und weiter: „Der gesamte Prozess ("des Angelns", Anm. d. Red.) stellt eine Förderung von sozialer Verantwortung dar, bei der unsere Kinder lernen, auf sich, andere und unsere Umwelt Rücksicht zu nehmen.

Moritz Gallenkamp, Vors. FDP Kreisverband Osnabrück: „Kinder lernen den Respekt vor dem Leben nicht dadurch, dass sie Fischstäbchen aus der Kühltruhe holen und denken, dass sie auf Bäumen wachsen.

*** Nur noch Kopfschütteln *** - so lautet ein post auf Facebook der CDU Ratsfraktion Osnabrück:
Dass die militante Tierrechtsorganisation Peta nach ihrem Scheitern bei der Osnabrücker Staatsanwaltschaft erreicht hat, dass die städtische Jugendpflege vor ihr einknickt und das Angeln aus dem Ferienpass streicht, ist nicht in Ordnung. Die CDU wird das in der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses zur Sprache bringen." (Dr. Fritz Brickwedde, Fraktions- und Kreisvorsitzender, ehem. Generalsekretär der Deutschen Bundesstifung Umwelt).

Hier einige Berichte aus der NOZ zum download (PDF):
18. März 2017: NOZ - Streichung der Angelangebote
19. März 2017: NOZ - Danke, Peta, diese Bevormundung braucht niemand!
20. März 2017: AVN - Stellungnahme zur Streichung der Angelangebote
21. März 2017: NOZ - CDU und FDP kritisieren Streichung
27. März 2017: NOZ - PETA: Einschüchterungsversuche müssen aufhören
30. März 2017: NOZ - SPD OS will Angelangebote im Ferienpass


FMO 160611 181904

Foto. F. Möllers

24.03.2017

AVN gegen PETA - Aalschmuggel - Äschen tot? - und mehr...

Der neue Newsletter vom Anglerverband Niedersachsen e.V. 2/2017 steht ab sofort zum download bereit (PDF, 720 kB).

Vielen Dank für Ihr Interesse!


FMO 140331 170145


Foto: © F. Möllers

 

20.03.2017

AVN fordert Rücknahme der Entscheidung

Die Stadt Osnabrück hat Angel-Angebote aus dem Ferienpassprogramm für Kinder und Jugendliche gestrichen. Es gebe ethische Bedenken. Bedenken, die möglicherweise auf eine Anzeige der Tierrechtsorganisation People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) gegen einen Veranstalter einer der Angel-Aktionen aus dem Jahr 2016 zurückgehen. 

Aus der Stellungnahme des AVN:
Angeln fördert persönlichen Reifeprozess bei Kindern

Prof. Dr. Wilfried Bos und Dr. Siegfried Uhl, Wissenschaftler und Dozenten aus dem Bereich der empirischen Bildungsforschung, stellen fest: "Frühzeitiges Angeln kann bei Kindern Verständnis für die Belange von Natur- und Tierschutz und den persönlichen Reifeprozess fördern".

(*2 (Zitat aus: Bos, Wilfried, und Privatdozent Dr Siegfried Uhl. "Die erzieherische Bedeutung des Angelns." Sozialwissenschaftliche Forschung in Diskurs und Empirie (2011): 3.))

AVN fordert sofortige Rücknahme der Entscheidung
"Die ethischen Bedenken der Stadt Osnabrück können wir weder fachlich noch menschlich nachvollziehen", kritisiert Werner Klasing, Präsident des AVN. "Wir fordern die Entscheidungsträger der Stadt Osnabrück zu einem klaren öffentlichen Bekenntnis für das Angeln auf und für seinen erzieherischen Wert für Kinder und Jugendliche. Und wir erwarten eine umgehende Wiederaufnahme der Angel-Aktionen in das diesjährige und zukünftige Ferienpassprogramm als Teil dieses Bekenntnisses."
Der AVN biete gerne beratende und fachliche Unterstützung an, die sicher dazu beitragen könne, Bedenken zu zerstreuen, so Klasing."

Die vollständige Stellungnahme können Sie hier herunterladen (PDF, 250kB)

Zum Bericht in der NOZ vom 17.03.2017 geht es hier:
http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/866435/osnabrueck-streicht-angel-kurse-aus-ferienpass

CDU und FDP unterstützen die Position des AVN in iher Stellungnahme:
http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/867516/heftige-kritik-am-angelverbot-beim-ferienpass

AVN FMO 161103 160201

Foto: © F. Möllers / AVN

17.03.2017

"Summa cum laude" für Doktorarbeit

Die Prüfungskommission, bestehend aus Prof. Dr. Robert Arlinghaus (Erstbetreuer), Prof. Dr. Thrond O. Haugen (Zweitbetreuer), Dr. Uwe Brämick, Dr. Malte Dorow, Dr. Thomas Meinelt und Dr. Christian Wolter vergab nach der Verteidigung seiner Doktorarbeit am Freitag in Berlin die Bestnote für AVN-Verbandsbiologe Thomas Klefoth.

Über Jahre hatte Thomas mit pfiffigen Labor- und Freilandversuchen Untersuchungen zur anglerischen Selektion bei Fischen durchgeführt. Karpfen, Hecht, Schwarzbarsch und eine japanische Salmonidenart standen im Fokus seiner Forschungen. Zehn wissenschaftliche Publikationen entstanden bereits aus seinen Erkenntnissen.

Werner Klasing, Heinz Pyka, Matthias Emmrich und Florian Möllers waren für den AVN vor Ort, um dem frisch gebackenen Doktor persönlich zu gratulieren.
An dieser Stelle noch einmal: Herzlichen Gückwunsch, Thomas!


FMO 170317 141629


Klefoth mit Hut und Prüfungskommission, von links: Prof. Dr. Robert Arlinghaus, Dr. Thomas Meinelt, Dr. Malte Dorow, Dr. Christian Wolter, Prof. Dr. Thrond O. Haugen, Dr. Uwe Brämick
Foto: © F. Möllers / AVN


15.03.2017

Glasaale nach China verschifft

Mit Unterstützung von Europols Team im Einsatz gegen den Handel mit geschützten Tieren und von EuroJust haben Behörden in Spanien und Griechenland einen (von vermutlich Dutzenden!) Aal-Schmugglerring ausgehoben:
Glasaale im Wert von 2 Millionen EURO (2 Tonnen) sollten unter dem Siegel "Frischer Fisch" nach China verschifft werden.
Zusammen mit Goldbarren, Luxuslimousinen, Dokumenten und 1 Mio EURO cash...
17 Personen wurden bei Razzien in Griechenland und Spanien festgenommen.

Europol geht davon aus, dass in diesem Jahr bereits 10 t Glasaale mit einem Profit von 10 Mio EURO geschmuggelt wurden.

Nach Auskunft des International Council for Exploration of the Seas (ICES) verringerte sich die Menge der Glasaale vor Europas Küsten bis 2011 auf einen Wert von unter 1% im Vergleich zu vor 1980!
Das Aalförderprogramm der EU und der Länder soll dazu beitragen, die extrem gefährdete Population zu stüzen und eine nachhaltige Nutzung weiterhin zu ermöglichen. Die aktuellen Förderanträge für die Angelvereine in Niedersachsen werden derzeit bearbeitet, bald startet der Besatz.

Nach EU Recht müssen die Mitgliedstaaten dafür Sorge tragen, dass 40% der ausgewachsenen Aale ihre Laichwanderung ins Meer vollziehen können, um dann in der Sargassosee zu laichen.
Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) steht außerdem im Anhang II von CITES (Convention on International Trade in Endangered Species / Vereinbarung über den internationalen Handel mit berdohten Arten).
Demnach ist der internationale Handel (Import in die EU und Export in Nicht-EU Länder) verboten.

FMO 140409 190922 2


Foto: © F. Möllers / AVN