21.09.2017

Kritische Stellungnahme des AVN

Der WDR-Beitrag passt zu einer ganzen Reihe angelkritischer Fernsehberichte der vergangenen Monate (bspw. „Angeln verbieten?“ auf 3 Sat oder „Machtpoker um Fisch – Millionenhobby Angeln“ im WDR).

Die dort jeweils vorgebrachten Argumente gegen das Angeln wiederholen sich ebenso wie die inhaltlichen Fehleinschätzungen, die erheblichen Recherchemängel und der sehr kritische Grundtenor gegenüber dem Angeln.
Hinzu kommen besorgniserregend unkritische und einseitige Übernahmen von Meinungen und Bildmaterialien einzelner Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen wie dem Deutschen Tierschutzbund oder PeTA. Nach unserer Auffassung stimmt diese Art der Berichterstattung in keiner Weise mit den Grundsätzen der „Richtlinien für die publizistische Arbeit nach den Empfehlungen des Deutschen Presserats“ überein.
Dass außerdem aufmerksame Zuschauer auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen für dumm verkauft werden, ist zwar nichts Neues, aber auch alles andere als vorbildlich.

Die AVN-Stellungnahme zum Beitrag können Sie hier herunterladen.

Über Rückmeldungen per email oder auf facebook würden wir uns freuen!

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© F. Möllers

22.09.2017

Sechs Parteien - 12 Fragen - 71 Antworten*

Am 21. August hatte der Anglerverband Niedersachsen e.V. folgende Parteien um Stellungnahme zu Fragen der zukünftigen Naturschutz-, Fischerei- und Gewässerpolitik gebeten (in alphabetischer Reihenfolge):
AfD - CDU - FDP - GRÜNE - DieLINKE - SPD

Bis zum 15.09. sind alle Antworten eingegangen.
* DieLINKE hat eine Frage nicht beantwortet.

Als Interessenverband fühlt sich der AVN der Neutralität verpflichtet. Wir kommentieren die Antworten daher nicht.
Die "Bewertung" nach Smileys ist subjektiv und in einigen Fällen nicht scharf zu trennen.
Bitte machen Sie sich anhand der ausführlichen Antworten der Parteien ein eigenes Bild!

GRÜN = überwiegende Übereinstimmung mit den Forderungen des AVN (wir berichteten! download hier)
Gelb = teilweise Übereinstimmung
Rot = keine oder nur sehr geringe Übereinstimmung

Wo Parteien die Fragen nach unserer Ansicht ganz oder in großen Teilen nicht eindeutig beantwortet haben, haben wir den Smileys Fragezeichen zur Seite gestellt.

Wir empfehlen dringend, die kompletten Antworten zu lesen und auch darauf zu achten, ob überhaupt, wie und vor welchem Hintergrund sich die Parteien mit den einzelnen Themen auseinandergesetzt haben.

Hier geht's zur Smiley-Auswertung.
Und hier zu den kompletten Antworten.

Wir wünschen gute Unterhaltung!

P.S. Nicht vergessen: Am Sonntag ist Bundestagswahl!

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Grafik: AVN

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Parteien - Statements / 3 Gründe, warum Angler sie wählen sollen



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Naturschutzpolitische Fragen



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Fischereipolitische Fragen

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Gewässerpolitische Fragen

18.09.2017

Experten informieren zum Aal in Nienburg

Mehr als 130 Teilnehmer verfolgten mit Spannung die Vorträge von fünf Wissenschaftlern zur Situation des Aals in Niedersachsen und Europa.
Im Blattpavillon der DEULA in Nienburg eröffnete AVN-Präsident Werner Klasing die Veranstaltung und begrüßte die Teilnehmer und Referenten.

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v.l.n.r.: Dr. Janek Simon, Simon Weltersbach, Dr. Klaus Wysujack, Florian Stein, Dr. Markus Dieckmann
alle Fotos: F. Möllers / AVN

Florian Stein, Mitglied der Sustainable Eel Group, begleitete ein Film-Team des ZDF auf den Spuren illegaler Glasaalhändler von Potsdam über Frankreich und Portugal bis nach Hongkong. Fahnder von Polizei und Zoll konnten Netzwerke in Spanien und Griechenland aufdecken, die mehrere Tonnen Glasaal auf dem Schwarzmarkt verkauft hatten. Wissenschaftler der Sustainable Eel Group gehen davon aus, dass seit Jahren bis zu 30 Tonnen der in Europa gefangenen 60 Tonnen trotz Exportverbot in Asien, insbesondere in China, verkauft werden - zu Preisen wie für Elfenbein. Steins Einschätzung nach wird es Jahrzehnte dauern und erheblicher Anstrengungen bedürfen, die Aalbestände in Europa wieder auf ein Niveau zu bringen, das nur annähernd dem vor einigen Jahrzehnten entspräche.
Hier der link zum Filmbeitrag: https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-glitschige-geschaefte---die-aalmafia-100.html

AVN FMO 170916 093537


Dr. Klaus Wysujack vom Thünen Institut für Fischereiökologie in Hamburg berichtete anschließend von den Fortschritten bei der künstlichen Erbrütung und Aufzucht von Aalen unter Laborbedingungen. Japanischen Wissenschaftlern gelang es bereits, künstlich erbrütete Aale selbst wieder zur Fortpflanzung zu bringen. Dänische Forscher und die Teams von Wysujack und Lasse Marohn in Hamburg schafften es, die Larven gut drei Wochen am Leben zu erhalten. Problematisch bei der künstlichen Aufzucht sei unter anderem die hohe Gabe von Hormonen an die Elterntiere. Fazit: Bis zu einer wirtschaftlich erfolgreichen Vermehrung sei es noch ein sehr weiter Weg, so Wysujack. Beeindruckend die Bilder winziger Aallarven mit ihren umso größeren Fangzähnen.

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Über die Fangmethoden und die wissenschaftlichen Begleituntersuchungen an Glasaalen im Delta der Loire und anderen französischen Flüssen berichtete Dr. Janek Simon. Schwierig sei die Altersbestimmung bei Aalen, erläuterte der Berliner. Seine eigenen Studien am IfB in Potsdam zum Wachstum von Aalen in verschiedenen Seen in Brandenburg ergaben, dass die Tiere je nach Nahrungsverfügbarkeit und Konkurrenz zu anderen Fischarten unterschiedlich schnell wuchsen. Vereine müssten vor dem Besatz mit Aalen also bestmöglich über diese Faktoren bescheid wissen und könnten Gewässer von vornherein ausschließen, die ein sehr langsames Wachstum erwarten ließen.

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Nach dem gemeinsamen Mittagessen referierte Dr. Markus Dieckmann vom Dezernat für Binnenfischerei beim LAVES zur Situation des Aals in Niedersachsen. Das natürliche Aufkommen werde insbesondere an der Ems seit Jahren im Rahmen eines Monitoring erfasst, schwanke aber sehr stark. Dieckmann empfahl einen Misch-Besatz mit Farm- und Glasaalen, da letztere nach seinen Berechnungen genauso gute Überlebenschancen hätten wie vorgestreckte Tiere und bei gleichem finanziellen Aufwand in erheblich größeren Stückzahlen besetzt werden könnten.

Anschließend stellte Simon Weltersbach vom Thünen Institut für Ostseefischerei seine Untersuchungen zur Wahl eines möglichst schonenden Hakentyps für den Aal dar. Unterstützt von mehreren AVN-Vereinen hatte er drei Hakentypen fischen lassen und anhand der Fangmeldungen die Größe der Aale, die Haktiefe und den Angelaufwand erfasst. Seine Empfehlung: Große oder Circle(Kreis)haken verwenden. Sie bringen im Schnitt mehr verwertbare Fische und schonen untermaßige bestmöglich.

Unser Dank gilt nicht nur den fünf Referenten dieser AFGN-Tagung, sondern auch denen der Jahre 2015 und 2016. Das war hochaktuelle Forschung verständlich und spannend vermittelt und mit wertvollem Praxisbezug - vielen Dank für die tollen Vorträge!
Fast 400 interessierte und diskussionsfreudige Teilnehmer haben die Tagungen der letzten Jahre allerdings erst zu einem Erfolg werden lassen. Deshalb ein besonderes Dankeschön an alle AnglerInnen und Naturinteressierte, die der Einladung der AFGN gefolgt sind! Sie waren ein klasse Publikum!

2018 übernimmt der Landesfischereiverband Westfalen und Lippe e.V. die Fortführung der Tagung. Darüber werden wir hier und auf facebook rechtzeitig informieren.