18.12.2017

Beschlüsse zum besseren Schutz des Aals

Dr. Hermann Aeikens, Staatssekretär beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, äußerte sich jetzt zur Stellungnahme des Anglerverband Niedersachsen zum Aalfangverbot im Binnenland (hier geht's zum download).
Nachdem Schweden seine Haltung pro Aalfangverbot im Laufe der Verhandlungen der Kommission aufgegeben hatte, wurden neue Lösungen für einen besseren Aalschutz gefunden.

Aeikens fasst sie wie folgt zusammen:
" - Grundsätzlich ist Aalfang weiterhin möglich,
  - eine dreimonatige Schließzeit ("Schonzeit") (innerhalb des Zeitraums 1. September 2018 bis 31. Januar 2019)
    in den Meeresgewässern für die Berufsfischerei, (in Atlantik und Nordsee für Aale ab 12cm Länge, Anm. d. Red.)
  - Verpflichtungen zur konsequenteren Umsetzung der Managementpläne in allen Mitgliedsstaaten sowie
  - verstärkte Anstrengungen der Mitgliedsstaaten gegen den illegalen Fang und Handel in allen Mitgliedsstaaten."

Seine Antwort können Sie hier herunterladen.

Weiterhin hat auch die Sustainable Eel Group (SEG) eine Pressemitteilung zu den neuen EU-Beschlüssen veröffentlicht.
Darin heißt es:
"Insbesondere begrüßt die SEG die Entschlossenheit der Kommission, alle menschlichen Einflüsse wie die Fischerei, die Fluss-Lebensräume, Wasserkraft und andere Wanderhindernisse und auch den illegalen Handel ins Visier zu nehmen. Solange nicht all diese Einflussgrößen mit der gleichen Dringlichkeit verbessert werden, wird die Fangzeitbechränkung allein für eine Erholung der Bestände nicht ausreichen." 
Hier geht's zur Pressemitteilung der SEG:
http://www.sustainableeelgroup.org/2017/12/13/eu-agrees-to-accelerate-the-recovery-of-the-european-eel/


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Foto: © F. Möllers / AVN

08.12.2017

Ministerin Otte-Kinast und Staatssekretär Aeikens auf Seiten der Angler

"Der bloße Wunsch nach einer möglichst ungestörten Gebietsentwicklung ist aus meiner Sicht nicht ausreichend für Beschränkungen der Angelfischerei." Deutliche Worte zur Problematik Angeln und Natura2000 von Niedersachsens neuer Ministerin für Landwirtschaft, Barbara Otte-Kinast, zur Eröffnung der Messe "Pferd & Jagd" in Hannover am gestrigen Donnerstag.
Dass die Ministerin überhaupt vor Ort war, empfand die Mehrheit der Messebesucher als deutliches Signal für mehr Dialogbereitschaft und Engagement mit und für die Jäger, Angler und Reiter.
Die Ministerin zum Angeln in Schutzgebieten (Video): 
https://www.facebook.com/anglerverbandniedersachsen/?hc_ref=ARRa9Jz9fQbS__i2_h84pnQq1o5l6_YzFgPhli5UaZ8K8JdOYFP4ZsdQuUcrJVY5q-M

Bedeutsam unter Umständen auch der Kommentar von Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens als Vertreter des Bundes zum geplanten Aalfangverbot der EU:  "Die Bundesregierung ist an Ihrer Seite, Herr Pyka, und ich werde das heute Abend auch beim Fischereiausschuss in Brüssel eindeutig zum Ausdruck bringen."
Der Anglerverband Niedersachsen hatte am vergangenen Freitag eine kritische Stellungnahme zum drohenden Aalfangverbot im Binnenland veröffentlicht. Heinz Pyka hatte in seinem Eröffnungsbeitrag zur Messe darauf Bezug genommen.


Passend zu den Gesprächen, die am 11. und 12. Dezember in Brüssel stattfinden, präsentiert der Anglerverband Niedersachsen eine kleine Sonderausstellung zum Aal mit historischen Fanggeräten und Fotos, die bis ins frühe Mittelalter zurückdatieren. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Jürgen Wagner aus Gifhorn, der viele eigene Exponate für die Ausstellung an den AVN ausgeliehen hat!
Außerdem gibt es wie immer die Schau-Aquarien zu bewundern mit großen und kleinen heimischen Fischarten. Am "Anglertreff" ergeben sich Gespräche zwischen Jägern, Anglern und Naturinteressierten bei Kaffee, Bier und Kaltgetränken.

Zum 37. Mal findet die Messe statt, ist seither ständig gewachsen und lockt mittlerweile mehr als 100.000 Besucher an. Die Angelmesse ist seit Jahren ein fester Bestandteil.


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Ralf Gerken, Naturschutzexperte beim AVN, erläutert der Ministerin und dem Staatssekretär die Misere des Aals und die Besatzmaßnahmen der Vereine des AVN


AVN FMO 171207 132042Ministerin Barbara Otte-Kinast am Schau-Aquarium im Gespräch mit Heinz Pyka, Vizepräsident des AVN


AVN FMO 171207 105419Mit Spannung erwartet: Die Eröffnung der Messe hier Heinz Pyka bei seinem Redebeitrag

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Erste sichtlich zufriedene Besucher am AVN-Stand
Alle Fotos: © F. Möllers / AVN

01.12.2017

EU Vorschlag zum Aalschutz: Fangverbot

Am 11. und 12. Dezember entscheidet der Ministerrat der EU über Vorschläge zum Schutz des Aals, die ein komplettes Aalfangverbot auch im Binnenland zur Folge hätten.

Der Anglerverband Niedersachsen hat mit heutigem Datum eine Pressemitteilung verschickt und bezieht Stellung zu den geplanten Maßnahmen.

Dazu Werner Klasing, Präsident des AVN: "Mit einem Fangverbot würde die EU schwerwiegende, hausgemachte Versäumnisse beim Schutz des Aals auf dem Rücken engagierter Angler austragen. Mehr noch: eine Jahrhunderte alte Fischfangkultur würde verschwinden und mit ihr viele Existenzen.
Aalschutz ja, auf jeden Fall! Aber mit nachhaltigen Maßnahmen und mit den Anglern!“

Die europäische Kommission hat zur Wiederauffüllung der europäischen Aalbestände u.a. vorgeschlagen, schnellstmöglich:

  • ein komplettes Aalfangverbot von Tieren > 12 cm im marinen Bereich zu verhängen,
  • eine 50 % Reduktion der Sterblichkeit von Aalen durch Angler, Berufsfischer und Wasserkraftanlagen im Süßwasser zu gewährleisten,
  • den Besatz von Aalen nur noch zu fördern, wenn zuvor ein komplettes Fangverbot verhängt wurde,
  • Negativfaktoren wie die mangelnde Fließgewässerdurchgängigkeit und den illegalen Aalexport abzumildern.


Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung (PDF).
Zentrale Vorschläge der EU und Kritikpunkte des AVN als Kurzfassung (PDF).
Komplette Stellungnahme des AVN (PDF).

Quellen:
[1] Vorschlag für eine Verordnung des Rates zur Festsetzung der Fangmöglichkeiten für bestimmte Fischbestände und Bestandsgruppen in den Unionsgewässern sowie für Fischereifahrzeuge der Union in bestimmten Nicht-Unionsgewässern (2018). Brüssel, den 07.11.2017.

[2] Regulation on Atlantic and North Sea TACs and Quotas for 2018 – Draft Joint Declaration on strengthening the recovery for European eel. Brüssel, den 22.11.2017.



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Die gute alte Zeit: Aalbesatz in der Weser. Foto: © F. Möllers / AVN