08.11.2017

Jahresbericht der Binnenfischerei und Aquakultur

Mehr als 41.000 t Fisch wurden im Berichtsjahr 2016 in Aquakulturanlagen produziert oder durch Erwerbs- und Angelfischer entnommen, so die aktuelle Darstellung des jetzt veröffentlichten Berichtes.

Auf etwa 1.8 Millionen Fischereischeininhaber in Deutschland entfallen dabei 18.000 t (die Autoren gehen aufgrund verschiedener methodischer Probleme davon aus, dass dieser Wert zu hoch sei), Seen- und Flussfischerei erbeuteten 2.800 t.
20.400 t stammen aus Aquakulturanlagen (Teiche, Rinnen, Warm- und Kaltwasseranlagen, Netzgehege, usw.).
Den größten Anteil machten Regenbogenforellen aus mit 8.500 t. Trotzdem wurden knapp 50.000 t derselben Art importiert, nahezu die Hälfte des Gesamtimportes von Süßwasserfisch von 119.000 t.
Der Eigenversorgungsanteil liegt damit bei 15%, der Pro-Kopf-Verzehr von Süßwasserfisch bei 1,4 kg / Jahr.

Insgesamt etwa 7.000 Betriebe erwirtschaften in Deutschland Fisch, 6.000 davon in Aquakultur, 650 arbeiten als Erwerbsfischer.

Noch einige Fakten zu den Anglern:
In Niedersachsen wurden 2016  > 6.600 Fischerprüfungen bestanden, es gibt geschätzt 250.000 Fischereischein-Inhaber, die eine Gewässerfläche von 31.500 ha nutzen können.

Zum Vergleich:
In Bayern legten 11.200 die Fischerprüfung ab, es gibt 280.000 Fischereischeininhaber, die auf 90.000ha Gewässer beangeln können.
Bei unseren Nachbarn in Nordrhein-Westfalen lauten die drei Werte: 9.900 Fischerprüfungen, und 215.000 Fischereischeininhaber teilen sich eine Gewässerfläche von 54.300ha.

Weitere spannende Fakten und Zahlen finden Sie im Bericht, den Sie hier als PDF herunterladen können:
Jahresbericht Binnenfischerei und Aquakultur 2016.

FMO 090825 070807

Elbefischer Christian Köthke bei der Arbeit, Foto: © Florian Möllers

 

 

30.10.2017

Glandorfer Schüler angeln weiter

What goes around, comes around:
Da fordert die PeTA im Januar diesen Jahres mehrere Schulen auf, ihre Angel-AGs zu streichen. Und lobt in einer Pressemeldung dieser Woche die Schule in Glandorf, Landkreis Osnabrück, dafür, dass sie ihre Angel-Angebote eingestellt habe.

Der verantwortliche Lehrer an der Ludwig-Windthorst-Schule berichtete in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung, die PeTA habe vor ihrer neuesten Pressemitteilung nicht mit der Schule gesprochen.
Das Angel-Angebot sei lediglich aus organisatorischen Gründen vorübergehend beendet worden und werde spätestens im nächsten Jahr wieder aufgenommen.
Denn "es gebe nach wie vor ein großes Interesse der Schüler".

Bereits im Januar hatte die Schule klargestellt:
"Durch das Angeln und die Verwertung selbst gefangener Fische werden die Kinder und Jugendlichen stark sensibilisiert, dass Fische eben nicht aus der Gefriertruhe kommen, sondern Lebewesen sind, für deren Lebensräume auch der Mensch verantwortlich ist und mit denen maß- und verantwortungsvoll umzugehen ist."

Übrigens: Wie aus dem Bild zu ersehen - das aktuelle (Eigen)lob inkl. Pressemeldung hat PeTA offenbar gelöscht.

2017 10 31 PeTA Fehler404


Foto: website PeTA Deutschland

24.10.2017

Sickersäfte sind eine große Gefahr für unsere Gewässer!

Fast überall ist der Mais geerntet, große Silage-Lagerstätten ("Silagemieten") werden eingerichtet.
Bisweilen ohne ausreichende Sicherung, um das Austreten von gefährlichen Sickersäften zu verhindern.

Unter Sickersäften fasst man Flüssigkeiten zusammen, die - nomen est omen - aussickern, wo landwirtschaftliche Produkte unsachgemäß gelagert werden. Meist sind diese Säfte klar, aber extrem nährstoffreich. Sie entstehen bei der Zersetzung (oder der Pressung) von Pflanzenmaterial und zwar vor allem dann, wenn die Silage zu feucht eingelagert wurde.

Die Sauerstoffzehrung der Sickersäfte ist zwei bis drei mal so groß wie bei Gülle!

Gelangen die Säfte also in größerer Menge in ein Gewässer, fällt der Anteil des gelösten Sauerstoffes im Wasser binnen Stunden unter die für Fische und andere Lebewesen tödliche Mindestkonzentration - die Tiere ersticken qualvoll.


Bei nicht ordnungsgemäßer Anlage/Sicherung der Silagemieten und Ausspülung der Sickersäfte (etwa durch Regen) kann es zu starken Gewässerverunreinigungen und Fischsterben kommen, wie wir in den letzten Jahren leider immer wieder feststellen mussten.

Fahren Sie dieser Tage also mit offenen Augen durch die Kulturlandschaft und steigen sie ruhig mal aus und schauen genauer hin:
Warnsignale sind z. B. das plötzliche Auftreten von Abwasserpilzen in Gräben und Bächen (siehe Fotos).

Wir sind für jede Meldung außerordentlich dankbar und werden sie an die zuständigen Stellen weiterleiten!

Mehr zum Thema Silagesickersaft und Gewässerschutz z.B. unter: https://www.lfl.bayern.de/…/silagesickersaft-gewaesserschut…


2017 10 24 GrafikSickersaft

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22552440 1501785259902588 2352988786497637047 n

Grafik / Fotos: R. Gerken / AVN