18.01.2019

Gespräche mit Ministerin Barbara Otte-Kinast und Frank Oesterhelweg

Zum Jahresbeginn hat der AVN alte wie neue Forderungen gegenüber der Politik vertreten.
In intensiven und ausgesprochen konstruktiven Gesprächen mit Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast am 07.01.2019 und dem Vizepräsidenten des Niedersächsischen Landtags, Frank Oesterhelweg (CDU), am 16.01.2019 wurden folgende Positionen erörtert:

1) LANDESBÜRO für Angler, Jäger und weitere Kooperationspartner
Während andere Naturschutzverbände wie NABU und BUND über das Landesbüro für Naturschutz (LABÜN) seit Jahren mit 350.000 Euro jährlich zur Erstellung verbandspolitischer Stellungnahmen durch das Land Niedersachsen gefördert werden, gehen die beiden großen Naturschutzverbände "Anglerverband Niedersachsen" und "Landesjägerschaft Niedersachsen" bisher leer aus.
Unsere Forderung nach Gleichberechtigung anlässlich der Landtagswahl im September 2017 wurde im folgenden Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU berücksichtigt. Jetzt forderte der AVN die Umsetzung ab 2020 ein.

2) NATURA2000 // 1: Ministerialerlass gefordert
Der AVN fordert konkret einen Ministerialerlass, durch den das Angeln und damit verbundene Aktivitäten wie Fischbesatz oder Betretung von Uferzonen in Schutzgebieten grundsätzlich zulässig sind. Ein entsprechender Erlass für die Jagd liegt seit Jahren vor.

3) NATURA 2000 // 2: Managementpläne bergen hohes Konfliktpotenzial
Nach den Schutzgebietsausweisungen erfolgt die Erstellung und Umsetzung von Managementplänen für die betreffenden Gebiete.
Die Erfahrungen aus anderen Bundesländern bestätigen dabei ein hohes Konfliktpotential.
Einschränkungen von Fischbesatz und Eingriffe in die anglerische Bewirtschaftung sind zu befürchten. Noch bevor es zu einem ersten Streitfall in Niedersachsen kommen kann, sensibilisiert der AVN Vertreter aller Parteien und möchte durch den angestrebten Ministerialerlass vorab Rechtssicherheit für Angler schaffen.

4) AAL: Fangverbote abwenden
Obwohl letztlich die Europäische Kommission darüber entscheidet, macht der AVN auf allen politischen und behördlichen Ebenen deutlich, dass es keine Einschränkungen der Angelei auf Aal geben darf.
Die Erfüllung der Aalmanagementpläne ist nur durch den Besatz der Angler möglich!
Im Falle starker Einschränkungen des Aalangelns würde auch der Aalbesatz durch Angler deutlich reduziert werden, während Wasserkraftbetreiber unbehelligt große Sterblichkeiten verursachen. Auf diese Weise können die geforderten Abwanderungsraten der Blankaale nicht erreicht werden.
Der AVN fordert eine Abschaltung der Wasserkraftturbinen zur Zeit der Blankaalwanderung und eine Aufrechterhaltung der Aalbesatzförderung, die bisher ein beispielloses Erfolgsmodell ist.


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Biosphärenreservart Niedersächsische Elbtalaue, Foto: Florian Möllers

17.01.2019

Erfolgreicher AVN-Einsatz für Angler

Seit 1997 galten im "Naturschutzgebiet (NSG) Aueniederung" im Landkreis Stade wegen des Fischotters Nachtangelverbote.
Kürzlich wurden sie aufgehoben.

Bei der Neuausweisung des NSGs folgte der Kreistag der ausführlichen kritischen Stellungnahme des AVN, die von zahlreichen Gesprächen mit der Behörde und Kreistagsabgeordneten begleitet war.
Unterstützung für die AVN-Argumentation kam auch von Dr. Oskar Kölsch, Vorstandsvorsitzender der Aktion Fischotterschutz e.V. in Hankensbüttel.
ZItat:
"{...} , dass eine verantwortungsvolle Nutzung der Angler, auch beim Nachtangeln, in der Regel zu keinen relevanten Störungen des Fischotters führen wird. Eine „störungsfreie Lebensraumgröße“, die der Otter braucht,  ist zum einen weder wissenschaftlich herleitbar, noch pauschal für alle Gewässer zu bestimmen, {...}."

Hier gelangen Sie zum Verordnungstext.

Auch im nun ausgewiesenen "NSG Unteres Estetal" folgten Naturschutzbehörde und Kreistag der kritischen Stellungnahme des AVN und strichen die für 10 km! geplanten Nachtangelverbote vollständig.

Hier gelangen Sie zum Verordnungstext.

Wir danken den Kreistagsabgeordenten, die uns Gehör geschenkt haben, sowie unseren lokalen und regionalen Mitstreitern des Kreisanglerverbandes Stade, die sich mit uns für eine moderate Schutzgebietsverordnung eingesetzt haben.

Für die anstehenden Managementpläne der Naturschutzbehörde für beide NSGs haben der AVN und die Angelvereine bereits ihre Mitarbeit angeboten -
zumal es dort auch um die Verbesserung der Lebensräume von Bach- und Meerforelle, Flussneunauge und Aal geht.

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Fischotter (c), Foto: F. Möllers

17.01.2019

Dr. Gero Hocker zum Präsidenten gewählt

Werner Klasing, Präsident des AVN, zur Wahl des FDP-Bundestagsabgeordneten:

"Seitens des Anglerverbandes Niedersachsen sind wir über diese Wahl sehr erfreut, beglückwünschen unseren Freund Gero Hocker von ganzem Herzen, freuen uns gemeinsam mit ihm über diesen hervorragenden Vertrauensbeweis und hoffen auf eine weiterhin geschlossene Zusammenarbeit zur Stärkung der Position der Vereine und der Angler in Niedersachsen, aber auch in ganz Deutschland.

Dank seines großen persönlichen Engagements in der letzten Zeit innerhalb Niedersachsens, aber auch in Berlin, sind Gero Hocker die Probleme bewusst, die derzeit die Fischer, insbesondere aber uns Angler schon seit Jahren bewegen.
Ich hoffe, dass es ihm unter dem Dach des Deutschen Fischereiverbandes gelingt, alle, die in Deutschland im Bereich der Fischerei – Berufsfischer, Freizeitfischer, Teichbetreiber, u.a. - versammelt sind, zu vereinen.

Ich persönlich wünsche Gero Hocker viel Erfolg und Glück für sein Wirken und seine Entscheidungen in diesem Amt und freue mich, ihn demnächst in seiner neuen Funktion bei uns in Hannover begrüßen zu können.

Bei Holger Ortel, der sein Amt als DFV-Präsident aus gesundheitlichen Gründen niederlegen musste, bedanken wir uns sehr herzlich für die angenehme und verständnisvolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Holger Ortel war regelmäßig zu Gast auf unseren Mitgliederversammlungen und verstand es wie kein Zweiter, dort den Blick der Anwesenden auf die größeren Zusammenhänge zu lenken. Wir wünschen ihm von ganzem Herzen alles Gute und gute Gesundheit!"

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Dr. Gero Hocker auf der Mitgliederversammlung des AVN 2017 in Stadland, CUX, Foto: F. Möllers / AVN

 

 

20.12.2018

Danke...

sagen das Präsidium und alle MitarbeiterInnen beim Anglerverband Niedersachsen für die großartige Unterstützung in einem wie immer wunderbar arbeitsreichen Jahr für Angler, Fische und Gewässer in Niedersachsen.

Ganz besonders freuen wir uns über den offenen Austausch mit so vielen AnglerInnen hierzulande und weit darüber hinaus, mit Wissenschaftlern, Verbandskollegen, Naturschützern und Naturinteressierten aus allen Bereichen, mit Fachhändlern und Journalisten und mit zunehmend mehr Politikern.

Unser besonderer Dank gilt unseren Partnern:
der Landesjägerschaft Niedersachsen und den Firmen hejfish und Fishing-King.
Die Zusammenarbeit macht großen Spaß und ist für uns eine echte Bereicherung!

Mit Abstand die Wichtigsten da draußen sind aber all die Ehrenamtlichen in unseren Vereinen, die sich so leidenschaftlich für unsere Gewässer in Niedersachsen und ihre einmalige Artenvielfalt einsetzen. Danke!

Wir blicken gespannt und voller Enthusiasmus auf das neue Jahr und all die tollen Dinge, die wir vor haben und/oder gemeinsam mit unseren Vereinen und anderen umsetzen wollen.

In diesem Sinne wünschen wir ein wunderbares Weihnachtsfest und für das neue Jahr gute Ideen, starke Argumente, viel Kraft und viel Petri Heil!
Wir sehen uns am Wasser!

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Foto: W. Klasing / privat

13.12.2018

Spätfolgen der Hitze?

Seit Tagen erreichen uns Meldungen über Fischsterben in Graben- und Kanalsystemen in den Landkreisen Stade und Cuxhaven.

Auf Nachfrage des AVN beim Umweltamt des Landkreis Stade gibt es nun ein wenig Klarheit zu den Ursachen für die Fischsterben:

Nach Angaben des Landkreises Stade, der sich auch  mit dem Landkreis Cuxhaven ausgetauscht hat, ist es durch die relativ starken Niederschläge der letzten Tage in einigen Gewässersystemen zu einem starken Zufluss v.a. aus entwässerten, dränierten Moorgebieten gekommen.
Das hat dazu geführt, dass es stellenweise zu einer dramatischen Absenkung der pH-Werte auf 3-4, einer massiven Absenkung des Säurebindungsvermögens und zugleich zu einer starken Aufkonzentrierung von Sulfat und Eisen-II gekommen ist. Diese toxische Mischung hat stellenweise zu den starken Fischsterben geführt.

Das wurde v. a. dadurch begünstigt, dass die aufgrund der langen Dürre trockenen Marschenböden den Niederschlag weitgehend aufgesogen haben und bisher kaum Wasser in die Gräben und Dränagen abgegeben haben. Dieser aufgrund stabiler pH-Werte gewässergünstige Zufluss aus den Marschenböden wäre zur Abpufferung der niedrigen pH-Werte sehr wichtig gewesen.

Gegenmaßnahmen, wie z. B. eine Aufkalkung der Gewässer, sind leider kaum machbar und würden durch die schlagartige Änderung des Gewässerchemismus vermutlich auch den noch verbliebenen Arten den Garaus machen.  Daher bleibt uns leider wohl nur die Hoffnung auf ergiebige Niederschläge.

In einem Grabensystem hat der Landkreis Stade als Notmaßnahme eine Zuleitung von Wasser aus der Schwinge veranlasst, das zu einer Erhöhung des Säurebindungsvermögens und zu einer Stabilisierung der pH-Werte führen soll.

Während es in den trockenen Sommermonaten unerwarteter Weise landesweit kaum zu größeren Fischsterben gekommen ist, zeigen sich nun ebenso unerwartet die verzögerten Folgen der extremen Dürre des Jahres 2018.

Wir werden die Entwicklungen in Nordniedersachsen weiter verfolgen und Sie informieren.

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Foto: F. Möllers / AVN