30.01.2019

Erfolg nach AVN-Kritik an Schutzgebietsverordnung

Die vom Heidekreis an der Kleinen Örtze im Zuge der Naturschutzgebietsausweisung geplanten Angelverbote wurden nach ausführlicher Stellungnahme des Anglerverbandes zurückgenommen.

Während der Entwurf ein umfassendes Angel-, Betretungs- und Besatzverbot an diesem wunderschönen, naturnahen Heidebach vorsah, darf hier nun zukünftig im Rahmen der allgemeinen fischereirechtlichen Bestimmungen wieder geangelt werden.
Der Landkreis folgte damit den Bedenken des Anglerverbandes, der die Begründung für die Angelverbote durchgehend für unzureichend, fachlich nicht zutreffend und unverhältnismäßig kritisiert hatte.

Die AVN-Stellungnahme können Sie hier herunterladen (PDF 490kB). Hier können Sie sich einen Eindruck verschaffen, wie eine "Fachbehörde" versucht, ganz und gar ohne fachliche Begründung oder auf Basis seltsamer Herleitungen, Angler aus einem NSG fernzuhalten. Das ist KEIN EINZELFALL in unserem Verbandsgebiet! (s. auch unser Beitrag vom 17.01.2019)

Die aktuelle Verordnung des Heidekreises können Sie hier einsehen.

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Foto: F. Möllers

24.01.2018

Jetzt Anträge stellen!

Wir freuen uns immer wieder, wenn uns Vereine von ihren tollen Fisch- und Gewässerschutzmaßnahmen berichten. So Ende letzten Jahres auch der Fliegenfischerclub Feuerschützenbostel. Vorsitzender Timo Seiser berichtete von Erlenanpflanzungen an der Örtze - mit innovativen Baumschutzelementen, die Schutz vor Verbiss und gleichzeitig ein wachstumsförderndes Mikroklima für die Erlensetzlinge bieten. Und das beste: sie sind zu 100% biologisch abbaubar!

In diesem Fall kamen die Erlensetzlinge vom Verpächter des Gewässers, dem Unterhaltungsverband ( UHV). Der Verein wendet jedes Jahr einen Großteil seiner Mitgliederbeiträge für Natur- und Artenschutzmaßnahmen am Gewässer auf.
Hier ein Artikel in der Celleschen Zeitung über das Projekt.

Einige Vereine nutzen aber auch die Möglichkeit, Fördergelder zu beantragen, um etwas größere Vorhaben ohne die Belastung ihres Vereinskontos durchführen zu können.

Zwei der bekanntesten Förderer sind die Niedersächsische BINGO Umweltstiftung und die Förderung von Kleinmaßnahmen / Kleinen Vorhaben durch das Land Niedersachsen über den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).
Dabei können sowohl Sachmittel wie Kies für Laichbetten, Störsteine, Faschinen, Wasserbaupfähle, etc. gefördert werden, wie auch Materialien zur Umweltbildung oder zum Monitoring von Fischbeständen und Gewässern oder Dienstleistungen etwa von Baggerunternehmen oder dem zuständigen UHV.

Vorteile BINGO:
(1) gerade für kleine Vereine interessant, da der nötige Eigenanteil auch in Form von Eigenarbeitsleistung abgegolten/eingebracht werden kann
(2) für jeden verständliche Antragsformulare
(3) Fördersummen bis 10.000 EURO werden sehr kurzfristig bewilligt, wenn das Projekt förderungswürdig erscheint
(4) ein Schwerpunkt ist auch die Umweltbildung

Hier geht es zu den Antragsformularen und weiteren Informationen:
BINGO
NLWKN (Antragstellung erst später im Jahr wieder möglich, Frist am besten direkt beim NLWKN erfragen)

Es lohnt sich, lokal und regional bei weiteren Naturschutzstiftungen, Kreditinstituten oder auch dem Landkreis oder der Gemeinde anzufragen und um Unterstützung (auch finanziell) für Naturschutzmaßnahmen zu bitten.

Vielleicht ein Thema für die anstehenden Jahreshauptversamlungen!
Viel Erfolg!

P.S. Wer mit kleinen Maßnahmen Großes bewirken will, dem empfehlen wir sehr das Buch von Ludwig Tent & Bent Lauge Madsen: "Lebendige Bäche und Flüsse" / Hrsg. Edmund Siemers-Stiftung


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So genannte "Treibselfänger" (s. Buchtipp oben) lassen sich ohne viel Aufwand und Kosten nach Absprache mit dem UHV selbst einbauen und zeigen nach kurzer Zeit schon große Wirkung!,  Foto: Florian Möllers


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Erlenpflanzungen des FFC Feuerschützenbostel e.V.
Foto: Timo Seiser

22.01.2018

Vortrag von Rechtsanwalt Jan-Martin Fett jetzt online

Über diesen link
oder in Kürze im Bereich "Downloads" finden Sie die 35-seitige PowerPoint Präsentation zur DSGVO, die Angler und Rechtsanwalt Jan-Martin Fett aus Hildesheim am 20.10.2018 anlässlich eines Seminar für unsere Vereine in Hannover vorgetragen hat (PDF 65 kB).

Sie gliedert sich in fünf Bereiche:
(1) Allgemeine Voraussetzungen und Grundlagen
(2) Übersicht umzusetzende Punkte
(3) Konkrete Schritte zur Umsetzung
(4) Spezielle Probleme Angelverein
(5) Fragen und Fundstellenhinweise

Wir empfehlen Ihnen zur inhaltlichen Unterstützung die Unterlagen, die der AVN am 15. Juli 2018 bereitgestellt hat.
Hier gelangen Sie zu den Empfehlungen des AVN.

Alles Gute für die Umsetzung in Ihrem Verein!
Und sollten Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne uns!

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Foto: F. Möllers / AVN

18.01.2019

Gespräche mit Ministerin Barbara Otte-Kinast und Frank Oesterhelweg

Zum Jahresbeginn hat der AVN alte wie neue Forderungen gegenüber der Politik vertreten.
In intensiven und ausgesprochen konstruktiven Gesprächen mit Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast am 07.01.2019 und dem Vizepräsidenten des Niedersächsischen Landtags, Frank Oesterhelweg (CDU), am 16.01.2019 wurden folgende Positionen erörtert:

1) LANDESBÜRO für Angler, Jäger und weitere Kooperationspartner
Während andere Naturschutzverbände wie NABU und BUND über das Landesbüro für Naturschutz (LABÜN) seit Jahren mit 350.000 Euro jährlich zur Erstellung verbandspolitischer Stellungnahmen durch das Land Niedersachsen gefördert werden, gehen die beiden großen Naturschutzverbände "Anglerverband Niedersachsen" und "Landesjägerschaft Niedersachsen" bisher leer aus.
Unsere Forderung nach Gleichberechtigung anlässlich der Landtagswahl im September 2017 wurde im folgenden Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU berücksichtigt. Jetzt forderte der AVN die Umsetzung ab 2020 ein.

2) NATURA2000 // 1: Ministerialerlass gefordert
Der AVN fordert konkret einen Ministerialerlass, durch den das Angeln und damit verbundene Aktivitäten wie Fischbesatz oder Betretung von Uferzonen in Schutzgebieten grundsätzlich zulässig sind. Ein entsprechender Erlass für die Jagd liegt seit Jahren vor.

3) NATURA 2000 // 2: Managementpläne bergen hohes Konfliktpotenzial
Nach den Schutzgebietsausweisungen erfolgt die Erstellung und Umsetzung von Managementplänen für die betreffenden Gebiete.
Die Erfahrungen aus anderen Bundesländern bestätigen dabei ein hohes Konfliktpotential.
Einschränkungen von Fischbesatz und Eingriffe in die anglerische Bewirtschaftung sind zu befürchten. Noch bevor es zu einem ersten Streitfall in Niedersachsen kommen kann, sensibilisiert der AVN Vertreter aller Parteien und möchte durch den angestrebten Ministerialerlass vorab Rechtssicherheit für Angler schaffen.

4) AAL: Fangverbote abwenden
Obwohl letztlich die Europäische Kommission darüber entscheidet, macht der AVN auf allen politischen und behördlichen Ebenen deutlich, dass es keine Einschränkungen der Angelei auf Aal geben darf.
Die Erfüllung der Aalmanagementpläne ist nur durch den Besatz der Angler möglich!
Im Falle starker Einschränkungen des Aalangelns würde auch der Aalbesatz durch Angler deutlich reduziert werden, während Wasserkraftbetreiber unbehelligt große Sterblichkeiten verursachen. Auf diese Weise können die geforderten Abwanderungsraten der Blankaale nicht erreicht werden.
Der AVN fordert eine Abschaltung der Wasserkraftturbinen zur Zeit der Blankaalwanderung und eine Aufrechterhaltung der Aalbesatzförderung, die bisher ein beispielloses Erfolgsmodell ist.


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Biosphärenreservart Niedersächsische Elbtalaue, Foto: Florian Möllers

17.01.2019

Erfolgreicher AVN-Einsatz für Angler

Seit 1997 galten im "Naturschutzgebiet (NSG) Aueniederung" im Landkreis Stade wegen des Fischotters Nachtangelverbote.
Kürzlich wurden sie aufgehoben.

Bei der Neuausweisung des NSGs folgte der Kreistag der ausführlichen kritischen Stellungnahme des AVN, die von zahlreichen Gesprächen mit der Behörde und Kreistagsabgeordneten begleitet war.
Unterstützung für die AVN-Argumentation kam auch von Dr. Oskar Kölsch, Vorstandsvorsitzender der Aktion Fischotterschutz e.V. in Hankensbüttel.
ZItat:
"{...} , dass eine verantwortungsvolle Nutzung der Angler, auch beim Nachtangeln, in der Regel zu keinen relevanten Störungen des Fischotters führen wird. Eine „störungsfreie Lebensraumgröße“, die der Otter braucht,  ist zum einen weder wissenschaftlich herleitbar, noch pauschal für alle Gewässer zu bestimmen, {...}."

Hier gelangen Sie zum Verordnungstext.

Auch im nun ausgewiesenen "NSG Unteres Estetal" folgten Naturschutzbehörde und Kreistag der kritischen Stellungnahme des AVN und strichen die für 10 km! geplanten Nachtangelverbote vollständig.

Hier gelangen Sie zum Verordnungstext.

Wir danken den Kreistagsabgeordenten, die uns Gehör geschenkt haben, sowie unseren lokalen und regionalen Mitstreitern des Kreisanglerverbandes Stade, die sich mit uns für eine moderate Schutzgebietsverordnung eingesetzt haben.

Für die anstehenden Managementpläne der Naturschutzbehörde für beide NSGs haben der AVN und die Angelvereine bereits ihre Mitarbeit angeboten -
zumal es dort auch um die Verbesserung der Lebensräume von Bach- und Meerforelle, Flussneunauge und Aal geht.

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Fischotter (c), Foto: F. Möllers