23.10.2013  

Wissenschaftliche Stellungnahme von Prof. Dr. Arlinghaus zum NDR Fernsehbeitrag "Hobby mit Widerhaken" vom 09.09.2013

 

Nachdem der Landessportfischerverband Niedersachsen e.V. bereits kurz nach der Ausstrahlung des Fernsehbeitrags "Angeln: Hobby mit Widerhaken" im NDR Fernsehen einen kritischen offenen Brief verfasst hatte, ist nun eine wissenschaftliche Stellungnahme zum Filmbeitrag durch Prof. Dr. Arlinghaus publiziert worden.

Die Kurzfassung dieses Textes ist als Offener Brief an den NDR in Rute & Rolle erschienen (Arlinghaus 2013, download unter www.besatz-fisch.de und www.ruteundrolle.de). Ein Nachdruck sowohl der Kurz- als auch der hier verfügbaren Langfassung ist ausdrücklich erlaubt. Bei einem Nachdruck der Kurzfassung ist die November Ausgabe von Rute & Rolle als Originalquelle anzugeben.

Den kompletten Text finden Sie hier: Stellungnahme von Prof. Arlinghaus

18.10.2013

Neue Flyer und Poster zum Fisch des Jahres 2013 - Bach- & Meerforelle

Ein neuer Flyer des Landessportfischerverbandes zum Fisch des Jahres 2013 liegt ab sofort vor. In einem Kurzporträt werden Bachforelle und Meerforelle vorgestellt. Während die Bachforelle als  typische Leitart der Forellenregion noch in vielen naturnahen, sauberen Bächen und Flüssen Niedersachsens vorkommt, ist das Vorkommen der Meerforelle (noch) auf ausgewählte Flussgebiete beschränkt.

Einst fast ausgestorben, ist die Meerforelle aber dank der zahlreichen Wiederansiedlungsprojekte der Angelvereine an Oste, Wümme, Wörpe, Seeve, Luhe, Este, Leine, Örtze, Böhme, Oker und Schunter wieder auf dem Vormarsch. Unsere Angelvereine leisten damit eines der landesweit größten, ehrenamtlich getragenen Artenschutzprojekte, die Ihre Anfänge zum Teil schon in den 1970er-Jahren haben.

Gefährdet sind unsere Forellenbestände aber weiterhin v. a. durch naturfernen Gewässerausbau und zahlreiche Wanderhindernisse (Wehre, Wasserkraftanlagen etc.), die v.a. die Laichwanderungen der Meerforelle behindern. Die auch von vielen Angelvereinen durchgeführten Renaturierungen, die Wiederherstellung von Kieslaichplätzen oder der Bau von Fischpässen sind adaquate Mittel, diesen Salmoniden dauerhaft und wirkungsvoll zu helfen.

img 3734-a  Junge Forelle - Fisch des Jahres 2013

Wer Flyer und Plakate (sog. transportables Roll-ups) zur Forelle und zu anderen Themen für die vereinseigene Öffentlichkeitsarbeit benötigt, kann sich gerne an die Geschäftsstelle des Landesverbandes wenden.

2013-10-flyer-forelle-titel  Zum Download finden Sie hier den LSFV-Flyer Fisch des Jahres 2013.

10.10.2013

Erinnerung: Elektrofischerlehrgang 2014 - jetzt noch nachmelden !

Das LAVES, Dezernat Binnenfischerei bittet noch einmal um Anmeldung für den Elektrofischer- Lehrgang vom 12. bis 16. Mai 2014 in Echem bei Lüneburg.

Alle Interessenten aus unseren Mitgliedsvereinen können sich über den jeweiligen Bezirksleiter bis 15.11 2013 anmelden.

Näheres zum Elektrofischerkurs erfahren Sie auch auf der Homepage des LAVES und bei Herrn Werner (LAVES), Telefon: 0511 - 120 8903, eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Elektrofischerei - bei richtiger Anwendung eine schonende Fangmethode, z. B. zum Nachweis gefährdeter Kleinfische, wie der Elritze

6.10.2013

Fachtagung der AFGN in Hamburg

rg. Am kommenden Samstag, den 12.10.2013 findet die diesjährige Herbsttagung der AFGN (Arbeitsgemeinschaft für Flscharten- und Gewässerschutz in Norddeutschland) im Hamburg statt. Die von den norddeutschen Fischereiverbänden und den lokalen Akteuren in den Angelvereinen getragene AFGN arbeitet seit fast 30 Jahren gemeinsam an der Renaturierung unserer Fließgewässer und der Wiederansiedlung von Wanderfischen, wie Lachs, Meerforelle, aber auch Schnäpel oder Stör.

Veranstaltungsort: Landhaus Jägerhof, Ehesdorfer Heuweg 12-14, 21149 Hamburg, www.landhausjaegerhof.de

Dauer: 9.00 - ca. 16.00 Uhr

Schwerpunktthemen der Herbstagung sind das Monitoring von Wanderfischbewegungen und die Wiederansiedlung des Schnäpel. Das Tagungsprogramm finden Sie hier.

Alle Interessierten sind herzlich zur Tagung eigeladen. Die Teilnahme ist kostenlos. Um eine Anmeldung beim Hamburger Anglerverband wird gebeten - Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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13.09.2013  

Offener Brief des Landessportfischerverbandes Niedersachsen e.V. zum NDR Fernsehbeitrag "Hobby mit Widerhaken" vom 09.09.2013

Die Angelfischerei ist grundsätzlich tierschutzkonform – Im Film dargestellte Schockeffekte suggerieren ein komplett verfälschtes Bild der Angelfischerei

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bedauern und Unverständnis haben wir den Fernsehbeitrag des NDR „Hobby mit Widerhaken“ vom 09.09.2013 zur Kenntnis genommen. Die Journalisten Carsten Rau und Hauke Wendler skizzieren in ihrem Beitrag ein sehr unausgewogenes und damit deutlich verfälschtes Bild der Angelfischerei.

Zu Beginn der Sendung wird die Frage gestellt, ob Fische Schmerzen empfinden können. Bekanntlich ist diese Frage in akademischen Kreisen hoch umstritten, sodass sie nicht klar beantwortet werden kann. Während einige Wissenschaftler von einem bewussten Schmerzempfinden bei Fischen ausgehen, sind andere Wissenschaftler der Meinung, dass ein menschenähnliches Schmerzempfinden bei Fischen unwahrscheinlich ist. Im Beitrag werden zwar zwei der führenden Forscher auf diesem Gebiet vorgestellt, allerdings wird Prof. Braithwaite, welche von einem bewussten Schmerzempfinden ausgeht, die Möglichkeit gegeben, ihre Argumentation ausführlich darzulegen. Die Darstellung der gegensätzlichen Meinung, vertreten von Prof. Arlinghaus, wird dagegen auf ein einziges Argument reduziert, welches von Prof. Braithwaite dann ausführlich widerlegt werden soll. Viele weitere stichhaltige Argumente, welche gegen ein bewusstes Schmerzempfinden bei Fischen sprechen, werden somit ausgeblendet. Wir sind der Auffassung, dass diese unausgewogene Darstellung von wichtigen Argumentationslinien in einer ungeklärten wissenschaftlichen Frage nicht der guten fachlichen Praxis des Journalismus entspricht.

Leider zieht sich die unausgewogene Darstellung verschiedenster Aspekte der Angelfischerei wie ein roter Faden durch die gesamte Reportage. Die Autoren berichten ausführlich über das „Treiben“ an einigen kommerziellen Angelteichen. Insbesondere werden hierbei der Besatz sehr großer Fische zum baldigen Herausfangen aus dem Gewässer sowie die Trophäenfischerei, bei der gezielt sehr große Fische gefangen und nach dem Messen und Wiegen wieder zurückgesetzt werden, kritisiert. Es steht völlig außer Frage, dass diese im Beitrag dargestellten Angelpraktiken mit dem deutschen Tierschutzgesetz nicht in Einklang gebracht werden können und somit auch abzulehnen sind. Unerwähnt bleibt hingegen, dass der Betrieb kommerzieller Angelteiche und die Angelfischerei in den betreffenden Gewässern privat organisiert werden und ausschließlich dem Profit dienen. Diese Form der Angelfischerei stellt tatsächlich nur einen sehr kleinen Teil der gesamten Angelfischerei dar. Der deutlich größere Teil der deutschen Anglerschaft hingegen betreibt sein Hobby im Rahmen unkommerzieller und gemeinnütziger Gruppierungen, Vereine und Verbände. Genau diese Angelvereine- und Verbände haben sich schon immer deutlich von den dargestellten Praktiken der Trophäenfischerei und dem Besatz sehr großer Fische distanziert. Leider bleiben diese Aspekte in der Reportage vollkommen unerwähnt. Vielmehr distanzieren sich die Autoren als Privatperson von den dargestellten Praktiken an kommerziellen Angelseen, ohne zu bemerken, dass sie damit lediglich der mehrheitlichen Meinung der Anglerschaft folgen. Die Autoren stilisieren sich dabei als bessere Menschen gegenüber anderen Anglern. Durch diese Art der Darstellung wird fälschlicherweise suggeriert, dass die Angelfischerei in kommerziellen Angelteichen und tierschutzwidriges Verhalten der Angler der „Normalfall“ sind. Es wäre für die Autoren, welche vorgeben selbst Angler zu sein, leicht gewesen, diese irreführende Darstellung zu unterlassen. Als aktive Angler muss den Autoren klar gewesen sein, dass sie von dem Verhalten einer kleinen Gruppe auf mehrere Millionen Angler in Deutschland schließen und diesen, in Belangen des Tierschutzes ausgebildeten Menschen, Unrecht tun.

Im Beitrag wird deutlich gemacht, dass die kritisierten Angelpraktiken an kommerziell betriebenen Forellenseen von Tierschützern abgelehnt werden. Dies ist nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich wird mit Hilfe von filmischen Schockelementen auf ein Problem aufmerksam gemacht, welches seit jeher und lange vor allen Tierschutzorganisationen vorrangig von allen Fischereiverbänden abgelehnt wird!

Im Film wurde gezeigt, dass einige Angler an kommerziellen Angelteichen offenbar nicht in der Lage sind, einen Fisch waidgerecht zu töten. Dieser Umstand lässt darauf schließen, dass die betreffenden Angler nicht im Besitz einer Fischerprüfung sind, bei der die Angler den waidgerechten Umgang mit Fischen, inklusive deren Tötung, erlernen. Es muss von jedem Angler verlangt werden können, eine schnelle und tiergerechte Tötung eines Fisches vorzunehmen. Im Film wird leider nicht erwähnt, dass dies selbstverständlich flächendeckend der Fall ist! Hier wird von einem Einzelfall auf eine sehr große Gruppe von Anglern geschlossen, welche im tierschutzgerechten Umgang mit Fischen ausgebildet sind. Dieser sehr bedauerliche Umstand lässt uns an der Seriosität der Reportage und dessen Autoren stark zweifeln. Viel mehr entsteht der Eindruck, dass mit der Reportage versucht wurde, gezielt gegen einige schwarze Schafe vorzugehen, ohne zu bedenken, dass hierbei Millionen anderer Angler mit beschädigt werden.

Der Landessportfischerverband Niedersachsen e.V., im Übrigen mit 90.000 Mitgliedern auch der größte anerkannte Naturschutzverband in Niedersachsen und Mitglied im Niedersächsischen Tierschutzbeirat, widerspricht dieser stark verfälschten Darstellung der Angelfischerei vehement. Wir laden Sie deshalb herzlich dazu ein, eine filmische und objektive Darstellung der Angelfischerei gemeinsam mit uns vorzunehmen. 

Mit freundlichen Grüßen

Werner Klasing
Präsident 

Offener Brief des Landessportfischerverbandes Niedersachsen e.V. an den NDR

 

Die Reaktion des NDR, ebenfalls in Form eines offenen Briefes, finden hier:

Offener Brief der Redaktion