13.08.2020

Ausnahmegenehmigung für Fischbergungen

An vielen kleineren Gewässern in Niedersachsen wird es eng oder ist es längst: kaum Wasser, hohe Temperaturen, wenig Sauerstoff - wenn noch Fische da sind, können sie bestenfalls umgesetzt werden.
Dafür und für im Notfall gebotene Fischbergungen bedarf es behördlicher Genehmigungen. Die brauchen immer etwas Zeit, spontane Rettungsaktionen von Fischen sind damit rechtlich eigentlich unmöglich (Elektrofischen, Umsetzen von (gefährdeten) Fischarten).
Der AVN hat für Angelvereine in Niedersachsen wie schon 2018 eine Ausnahme erwirkt, damit Fischbergungen ab sofort und zunächst bis Mitte September 2020 rechtlich einwandfrei durchgeführt werden können.

Bitte beachten Sie folgende Hinweise der zuständigen Behörde + Hinweise im PDF:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund der aktuellen extremen Witterungsbedingungen kann bei kurzfristig erforderlichen Fischbergungen hinsichtlich der Genehmigungspraxis zur Durchführung der Elektrofischerei wie im Jahr 2018 vorgegangen werden.

Diese Sonderregelung gilt bis auf Weiteres für 2020 bis Mitte September.
Um Missverständnissen vorzubeugen weise ich ausdrücklich darauf hin, dass diese Sonderregelung der Genehmigungspraxis im Zuge von Fischbergungen bei extremen Witterungsbedingungen (Notfallsituation) nicht gleichbedeutend mit einer grundsätzlichen Befreiung von gemehmigungspflichtigen Tatbeständen ist.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrage

C. Lecour

Nds. Landesamt für VErbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Dezernat 34
- Binnenfischerei - Fischereikundlicher Dienst
Eintrachtweg 19, 30173 HANNOVER"

Trotz dieser Genehmigung mögen Vereine ihre Rettungsaktionen bitte beim LAVES anmelden.
Das reicht kurz und formlos über eine email an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Nach erfolgter Fischbergung, ggf. Umsetzen der Fische, sollen Basisdaten an das LAVES weitergegeben werden (Anzahl, Größen, Arten) - siehe auch PDF.

PDF hier zum Herunterladen/Ausdrucken
Hintergrundinfos "Hitze, Fische und Gewässer"

Wir bedanken uns bei den MitarbeiterInnen des LAVES, Fischereikundlicher Dienst, für die schnelle und unbürokratische Hilfe!

Foto: F. Möllers

AVN FMO 180726 125135

06.07.2020

Neue Aalstudie aus Schleswig-Holstein

Für viele Angelvereine stellt sich jedes Jahr aufs neue die Frage: Sollen wir Glas- oder Farmaale besetzen?
Menge und Preis sprechen eindeutig für Glasaale. Aber haben sie die gleiche Überlebenswahrscheinlichkeit und wachsen sie ähnlich gut ab? Verschiedene Studien hatten das bereits nahegelegt.
Die Universität Hamburg hat in den vergangenen Jahren an der Schlei und der Ostseeküste Schleswig-Holsteins genau diese Fragen untersucht.
Die Ergebnisse liegen jetzt vor. Sie bestätigen und erweitern unsere Erkenntnisse zum Aalbesatz:
  • Alle im Rahmen der Studie besetzten Farmaale waren mit dem Aal-Herpesvirus infiziert.
  • Glasaale und Farmaale wachsen nahezu gleich schnell. Sie sind bereits nach drei Jahren bis zu 40cm groß.
  • Die Sterblichkeit ist bei beiden Besatzgrößen nahezu identisch.
  • Aus den meisten bestzten Aalen wurden Weibchen.
Wenn Sie Fragen haben zum Aalbesatz 2021 und den Fördermöglichkeiten für Angelvereine, melden Sie sich gerne bei uns!
 
Foto: © Florian Möllers

FMO 190321 123208 2

03.07.2020

Neue Schutzgebietsverordnung fordert massive Beschränkungen

Eine Neuauflage der Schutzgebietsverordnung von 2019 (1. Fassung) für das "NSG Leineaue zwischen Hannover und Ruthe" liegt jetzt vor. Der AVN hatte den damaligen Verordnungsentwurf fachlich an zahlreichen Stellen kritisiert.
Man stelle nur mal vor: In einer Verordnung für ein Schutzgebiet mit mehr als 300ha Wasserfläche, einem "prioritären Fließgewässer" und dem Vorkommen zahlreicher bedrohter gewässerlebender Arten wurden Fische und Neunaugen noch nicht einmal erwähnt!

Dank der fachlichen Kritik konnte der AVN einige Verbote und Beschränkungen verhindern:

  • Das temporäre Angelverbot an Leine und Innerste zwischen Koldingen und Wülfel und
  • das komplette! geplante Fischereiverbot am Wülfeler und Koldinger Teich.


ABER:
* Im gesamten NSG soll ein Nachtangelverbot gelten! Begründung: extrem dünn bis nahezu absurd.
* An der Leine zwischen Ruthe und Koldingen soll das Angeln für 10 MONATE!!! verboten werden (1.10. bis 31.07.).
* Angelverbot an der Alten Leine für 5 MONATE!!! (01.03. bis 31.07.)
* Angelverbot an 200ha Stillgewässern!!!
* Verbot des Anlegens von neuen Angelplätzen und Pfaden!!! und
* Komplettes Befahrungsverbot des Gebietes zu fischereilichen Zwecken (Hege, Monitoring, Fischbesatz)!!!

Hochinteressant:
Für die gleichen Beschränkungen wie im ersten Entwurf werden in der überarbeiteten Fassung plötzlich mitunter ganz andere Begründungen angeführt...

So "schützen" und "fördern" einige Naturschutzbehörden 2020 unsere (Vogel- und Amphibien)Artenvielfalt in Deutschland.

Wir werden eine weitere Stellungnahme verfassen, politisch aktiv werden und abhängig von den Reaktionen auf unsere Stellungnahme ggf. auch rechtliche Schritte einleiten.

Foto: © Matthias Emmrich

AVN ME 2020 05 07 20 36 09