16.01.2020

Scheckübergabe beim Ambulanten Kinderhospizdienst

Jens Stickelbroeck, Saza Sazalowski, Bodo Fletemeier und Frank Lutterberg (v.l.n.r.) konnten gestern Nachmittag einen dicken Scheck an eine sichtlich gerührte Sonja Humpohl (Mitte) überreichen. "Wir sind überglücklich", strahlte die Koordinatorin des Ambulanten Kinderhospizdienestes gestern beim Termin in der Geschäfststelle des Osnabrücker Vereins.
Nach 18.040 EURO im vergangenen Februar sind die Einnahmen aus den online-Auktionen in diesem Jahr eine "riesige Unterstützung für unsere Arbeit", so Humpohl. Der Verein wird von dem Geld nicht nur weitere Ehrenamtliche ausbilden können, um Angehörige in Familien mit todkranken Kindern zu unterstützen, er wird auch die so wichtige Trauerbegleitung finanzieren können, für die die Krankenkassen nicht aufkommen und hat dann sogar noch "Luft" für die Anschaffung etwa eines mobilen Beatmungsgerätes. 
Strahlende Gesichter auch bei den Hintermännern von "Angler helfen Kindern". "Das ganze fing ja eigentlich ganz harmlos an", erinnert sich Saza. "Bei der Vorbereitung von einem Moonlight-Shopping im Sportfischerzentrum Osnabrück." Dessen Chef, Frank Lutterbeck, und er hatten die Idee, neben den Vorweihnachtsverkäufen doch auch "ein paar Angelsachen für einen guten Zweck zu versteigern". Also setzten sie sich ans Telefon, klapperten ihre Netzwerke von Veranstaltern, Geräteherstellern und Profis ab, und innerhalb kurzer Zeit kam eine so gewaltige Menge attraktiver Auktionen zustande, dass ein neuer, größerer Plan her musste. Der führte zu den schon erwähnten 18.000 EURO...und zur Gründung von "Angler helfen Kindern".

Dass 2019 noch mehr Geld gesammelt werden konnte, lag auch an der tatkräftigen Unterstützung durch Jens Stickelbroeck und Bodo Fletemeier, die auf Messen und Events ebenfalls Auktionswerte heranholten und mitorganisierten. Außerdem gab es wieder extrem wertige Artikel und Dienstleistungen zu ersteigern - wie den Angeltag für 5 mit TV-Legende Harry Wijnvoord oder einen Tag auf dem Boot mit Influencer und Raubfisch-Spezialist Dustin Schöne und etliche mehr.

Für 2020 steht für das "Angler helfen Kinder" Team fest: Es geht weiter - und es darf ruhig noch ein bisschen mehr werden!

Ein großes Dankeschön für so viel ehrenamtliches Engagement und für die ungalubliche Spendenbereitschaft und das große Herz so vieler Angler!

Foto: privat

Angler helfen Kindern IMG 1385

08.01.2020

Negativbeispiel für den Artenschutz

Seit dem 01. Januar gilt die Neufassung der Niedersächsischen Kormoranverordnung.
Den Verordnungstext können Sie hier einsehen.

Insbesondere der wirksame Schutz für die Äsche im Spätwinter ist durch die Neufassung (Wegfall der Jagdzeit auf Altvögel im gesamten März) erheblich aufgeweicht, bzw. nahezu unmöglich gemacht worden!

Der AVN hat deshalb seinen Flyer: Kormoranvergrämung & Fischartenschutz neu aufgelegt.
Sie können ihn hier herunterladen (PDF).

Für Jäger, Angler & Teichwirte die wichtigste Erkenntnis der Evaluierung, aufgrund derer die Neufassung beschlossen wurde:
Das Töten/Vergrämen von Kormoranen ist ein unverzichtbares Management-Tool für den Erhalt gefährdeter Fischarten und der Teichwirtschaftskultur in Niedersachsen.

Das Vergrämen/Töten von Kormoranen zur
(1) Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden oder zum
(2) Schutz gefährdeter (Fisch)Arten
im Umkreis von 500 m um fischereilich bewirtschaftete/genutzte Gewässer / Gewässer für die ein Fischereirecht besteht
bleibt außerhalb von Schutzgebieten erlaubt.

Das Vergrämen/Töten von Jungvögeln bleibt ganzjährig mit den o.g. örtlichen Beschränkungen erlaubt.


Wichtige Änderungen:
(1) Zeitliche Beschränkung der Vergrämung:
Statt vom 01. August bis zum 31.03. eines Jahres dürfen adulte/ausgewachsene Kormorane nur noch vom
21. August bis 28. Februar eines Jahres geschossen werden.

Begründung der Staatlichen Vogelschutzwarte:
Aufgrund klimatischer Veränderungen habe sich die Brutperiode des Kormorane verlängert (früherer Beginn, späteres Ende).
Die Behörde schweigt darüber, welcher Anteil von Vögeln in Nds. an welchen Brutplätzen früher mit der Brut beginnt, bzw. erst spät mit der Brut beginnt (und aus welchen Gründen).
Dass auch Fische auf Klimaveränderungen reagieren, und bspw. Äschen früher laichen und ihre Gefährdung durch Kormoranfraß damit ebenfalls früher im Jahr beginnt, bleibt unerwähnt.

(2) Berichtspflicht:
Der zuständigen Jagdbehörde müssen nach Erlegen eines Kormorans folgende Daten gemeldet werden:

  • Gesamtzahl der erlegten Kormorane
  • Ort(e) der Abschüsse (Name Gewässer, Teichwirtschaft)
  • bei beringten Vögeln: Aufschrift des/der Ringe

Der AVN wird über die weitere Entwicklung berichten - gerade auch mit Blick auf das gemeinsame Artenschutzprojekt für die Äsche mit dem Fischereiverein Einbeck und der Universität Göttingen.


Hier die zugehörigen Originaltexte:

§ 1 Allgemeine Zulassung des Tötens und Vergrämens von Kormoranen

(1) 1 Zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz der natürlich vorkommenden Tierwelt wird nach Maßgabe des Absatzes 3 und der §§ 2 bis 5 allgemein zugelassen, Kormorane (Phalacrocorax carbo) abweichend von § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG durch Abschuss zu töten.
2 Die in den §§ 4 und 5 genannten Personen sind verpflichtet, die getöteten Tiere in Besitz zu nehmen, um sie ordnungsgemäß zu entsorgen.  
3 Nach Satz 1 getötete Kormorane sind von den Besitzverboten des § 44 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BNatSchG ausgenommen.  
4 Die Vermarktungsverbote des § 44 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BNatSchG bleiben unberührt.


(2) Zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz der natürlich vorkommenden Tierwelt wird abweichend von § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG nach Maßgabe des Absatzes 3 und der §§ 2 und 3 allgemein zugelassen, dass Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter des Gewässers einer Teichwirtschaft oder eines oberirdischen Gewässers, in dem ein Fischereirecht nach § 1 Abs. 1 des Niedersächsischen Fischereigesetzes (Nds. FischG) besteht, Kormorane vergrämen

(3) 1 Bei der Durchführung einer Maßnahme nach Absatz 1 oder 2 ist die erhebliche Störung von Tieren anderer besonders geschützter Arten zu vermeiden.  
2 Als Munition darf Bleischrot nicht verwendet werden.  
3 Das Jagdrecht, das Tierschutzrecht, das Waffenrecht sowie § 4 der Bundesartenschutzverordnung bleiben unberührt.

§ 2 Örtliche Beschränkungen

(1)  1 Die Zulassungen nach § 1 sind beschränkt auf Kormorane, die sich auf, über oder näher als 500 Meter an dem Gewässer einer Teichwirtschaft oder an einem oberirdischen Gewässer befinden, in dem ein Fischereirecht nach § 1 Abs. 1 Nds. FischG besteht.  2 § 1 Abs. 3 Nds. FischG findet keine Anwendung.

(2) Von den Zulassungen nach § 1 ausgenommen sind Kormorane

1. in einem befriedeten Bezirk im Sinne des § 9 des Niedersächsischen  Jagdgesetzes (NJagdG) mit Ausnahme der nach § 9 Abs. 2 Nr. 3 NJagdG befriedeten Flächen,
2. in einem Nationalpark, einem Naturschutzgebiet oder dem Gebietsteil C des Biosphärenreservats „Niedersächsische Elbtalaue“ und
3. in einem nach § 25 Satz 2 des Niedersächsischen Ausführungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz bekannt gemachten Gebiet.

(3) Verbote in Rechtsvorschriften zur Unterschutzstellung von Teilen von Natur und Landschaft bleiben unberührt.
 

§ 3 Zeitliche Beschränkungen

(1)  1 Die Zulassung nach § 1 Abs. 1 ist beschränkt auf die Zeit vom 21. August bis zum 28. Februar und auf die Tageszeit zwischen einer Stunde vor Sonnenaufgang und dem Sonnenuntergang.  
2 Abweichend von Satz 1 dürfen immatur gefärbte Kormorane, die als solche sicher zu erkennen sind, ganzjährig getötet werden.

(2) Die Zulassung nach § 1 Abs. 2 ist beschränkt auf die Zeit vom 21. August bis zum 28. Februar.

 

Foto: © Florian Möllers

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07.01.2020

Jetzt mit eigenem Projekt bewerben!

Zum sechsten Mal ruft Niedersachsens Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Olaf Lies, zur Teilnahme am Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss“ auf.
Der Wettbewerb "würdigt die vielen kleinen und großen Maßnahmen, die zum Schutz und der Verbesserung der ökologischen Qualität der Gewässer in Niedersachsen beitragen und rückt diese in das Licht der Öffentlichkeit", heißt es in der Pressemeldung.

Und weiter: „Bäche und Flüsse verbinden alles miteinander. Zusammen mit den Auen erfüllen sie wichtige Funktionen für Flora und Fauna und den Hochwasserschutz“, so Lies. „Sie sind wichtiger Bestandteil unseres Landes und des Landschaftsbildes. Der Einsatz und das Engagement, mit dem sich unterschiedliche Akteure in Niedersachsen der Gewässerentwicklung widmen, verdient hohe Anerkennung. Mit dem Wettbewerb möchten wir dieses Engagement auszeichnen.“

In den Katergorien Hauptamt und Ehrenamt werden die Gewinner mit der "Niedersächsischen Bachperle" ausgezeichnet.
Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung vergibt außerdem einen Sonderpreis. Geschäftsführer Karsten Behr: „Ich wünsche allen Akteuren viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme und freue mich, die Gewinner des Wettbewerbs bei der Preisverleihung im Herbst persönlich zu begrüßen!“

Träger des Wettbewerbs sind das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz sowie die Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Spitzenverbände.

Die Kommunale Umwelt-AktioN UAN betreut als Geschäftsstelle den Wettbewerb.

Interessierte Vereine wenden sich bitte an:
Nora Schmidt (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), Telefon: 0511 / 30285-52

Auf der website der UAN finden Sie weitere Informationen zum Wettbewerb
und hier die Broschüren der vergangenen Wettbewerbe.

Im Geschäftsbericht für das Jahr 2016 haben wir die damaligen Gewinner der "Goldenen Bachperle" in der Kategorie Ehrenamt, den Angelsportverein Sachsenhagen, mit ihrem Gewinnerprojekt vorgestellt.
Den Bericht können Sie hier herunterladen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Teilnahmeschluss ist der 15. April 2020.

Foto: Florian Möllers

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