21.11.2019

Verbände fordern Maßnahmenplan für Flussgebiet der Ems

Am 20.11. haben die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg (OVG) Klage eingereicht gegen die Ministerien für Umwelt in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Grund für die Klage sind die an vielen Grundwasser-Messstellen in Niedersachsen überschrittenen Nitrat-Grenzwerte von 50 mg/l. Niedersachsen deckt laut Angaben der DUH 85% seines Trinkwasserbedarfs aus Grundwasser.
Die Organisation fordern das Gericht auf, die Ministerien dazu zu verurteilen, einen Maßnahmenplan für das Flussgebietssystem der Ems aufzustellen, der schnellstmöglich, bis 2027 oder bald nach 2027 zu einer Erreichung, zur Einhaltung oder gar Unterschreitung der Grenzwerte beiträgt.

Die Ursachen für die Nitrat-Belastung sind vielfältig. Neben der Landwirtschaft sind es laut Umweltbundesamt (UBA) vor allem Mischwassereinleitungen und die Einleitungen von kommunalen Kläranlagen, die ganz erheblich zu den Grenzwertüberschreitungen beitragen.
Aktueller Beitrag aus topagrar mit Antworten aus einem Interview mit dem UBA vom 19.11.2019.

Der AVN hatet in diesem Sommer über die FDP-Fraktion eine kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet zum Thema "Mischwassereinleitungen".
Zwischen den Zeilen der überaus diffusen Antwort findet sich ein klares Bekenntnis dazu, dass die Nährstoffrachten durch solche landesweit verbreiteten Einleitungen auch in Nds. massiv sind.
Hier die Antwort der Landesregierung.

Zurück zur Klage:
Die Bundesregierung und insbesondere Niedersachsen ist in diesem jahr wiederholt von der EU abgemahnt worden. Das bereits bestehende Vertragsverletzungverfahren gegen die Bundesregierung wurde präzisiert und Niedersachsen dazu aufgerufen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie bis 2027 erfüllen zu können.

Dass wir auch in Niedersachsen Lichtjahre davon entfernt sind, weiß nicht nur unser Umweltminister, Olaf Lies. Er stellte jüngst noch einmal fest, dass sich nur etwa 2% der Fließgewässer in Niedersachsen in einem ökologisch guten Zustand befänden. Bekanntermaßen ändert sich aufgrund von wiederholten Feststellungen aber nichts.
Denn in ökologischen Maßstäben gerechnet, war 2027 schon vorgestern.

Foto: F. Möllers
FMO 180213 123823
 

12.11.2019

Kormoranverordnung - Keine Gnade für die Äsche

Vogelschutz geht wieder einmal vor Fischschutz!
Mit der geplanten Neufassung der Kormoranverordnung liefert das Umweltministerium um Minister Olaf Lies ein Armutszeugnis in Sachen Artenschutzpolitik ab: Der längst nicht mehr bedrohte Kormoran wird hofiert, die hoch bedrohte Äsche im gleichen Atemzug ans Messer geliefert.
Ganzheitlichkeit, Ausgewogenheit, Engagement für Fische sieht anders aus, Herr Minister!

Mit der geplanten Verkürzung der Jagdzeit um einen Monat (Ende jetzt 28.02.) serviert die Landesregierung dem Fischjäger die Äsche (Rote Liste 2) auf dem Silbertablett.
Denn just zu dieser Zeit, im Spätwinter / Beginn des Frühjahrs, sammeln sich laichbereite Äsche in Schwärmen in der Nähe ihrer Laichgründe und sind eine leichte Beute für Kormorane. Anders als etwa Bachforellen weichen sie fast nie in Verstecke in strukturierten Gewässern aus, sondern vertrauen auf den Schwarm. Bezogen auf den Kormoran ein verhängnisvolles natürliches Verhalten.

Der NLWKN/Staatliche Vogelschutzwarte begründet die geplante Verkürzung der Jagdzeit mit einem "früheren Brutbeginn" (aufgrund klimatischer Veränderungen), bzw. später Jungenaufzucht - denn auch im August wurde eine Verkürzung der Jagdzeit um 3 Wochen empfohlen.
Dabei trägt das Land Niedersachsen eine nationale! Verantwortung für den Schutz der atlantischen Form der Äsche.
So sieht sie aus, die Naturschutzpolitik in Niedersachsen - unter einer rot-schwarzen Regierung.

Der AVN fordert jetzt von Umweltminister Olaf Lies ein klares Bekenntnis zum Fischartenschutz in Form eines Ministerialerlasses.
Der soll Ausnahmegenehmigungen für die Bejagung an prioritären Äschengewässer in Niedersachsen ermöglichen. Diese Gewässer liegen nämlich allesamt in FFH-Gebieten, und da dürfte der Kormoran natürlich ohnehin nicht bejagt werden.

Bislang hatten die zuständigen Unteren Naturschutzbehörden Anfragen von Angelvereinen nach Ausnahmegenehmigungen meist abschlägig bewertet oder lange Bearbeitungszeiten oder gar hohe Verwaltungsgebühren angeführt, um die Antragsteller abzuwimmeln. Den Seevefreunde-Nordheide war es 2018 an der Seeve gelungen, die Behörden mit fachlichen Argumenten von der Sinnhaftigkeit einer Bejagung zu überzeugen.

Denn wird die unmöglich gemacht, so wie in der geplanten Neufassung der Kormoranverordnung, dann wird die Äsche aus noch mehr ihrer ehemaligen Lebensräume weggefressen.

Den Bericht zum Fischartenschutz (Kapitel im Endbericht der Evaluierung der Kormoranverordnung) können Sie hier auf der website des LAVES Dezernat Binnenfischerei herunterladen.

Die Pressemittelung des AVN finden Sie hier..
Und hier die Stellungnahme des AVN im Rahmen der Verbändeanhörung zur Kormoranverordnung.


Fotos: Florian Möllers

2019 11 13 KormoranÄsche

 

19.10.2019

Fortbildung in Hodenhagen

Bachneunauge, Bitterling und Bachforelle - drei von 12 Arten, die bei einem Elektrofischen in Hodenhagen am Samstag nachgewiesen werden konnten.
Barben und Quappen, die 2018 nachgewiesen werden konnten, blieben aus - dafür gingen 53 Hasel in den Kescher.

Die Befischung fand im Rahmen einer Fortbildung für Gewässerwarte des Bezirk 1 im Anglerverband Niedersachsen statt.
Rainer Rokitta, Bezirksleiter Jens-Uwe Schiemann und der Sportanglerverein Hodenhagen hatten eingeladen und organisiert - 24 Teilnehmer kamen.

Nach einem Vortrag von AVN-Pressereferent Florian Möllers zur aktuellen Situation des Angelns in Niedersachsen wurde ausgiebig über die gesellschaftliche Verantwortung der Angler und Wege aus der Misere diskutiert.
Abschließend ging es um Fördermöglichkeiten für Gewässerschutzprojekte der Vereine.

Danke an die Organisatoren und alle Teilnehmer!

Fotos: F. Möllers / AVN

01 AVN FMO 2019 10 19 IMG 1889

 

04 AVN FMO 2019 10 19 IMG 1914

05 AVN FMO 2019 10 19 IMG 1910