30.08.2019

AVN schaltet Finanzamt Stuttgart ein


"Die Verfolgung politischer Zwecke ist im Steuerrecht nicht gemeinnützig."
So heißt es unter anderem in einem Schreiben des AVN an das Finanzamt.
Der Verband will nach den "Angler in Sicht?" Verhaltensempfehlungen der Tierrechtsorganisation prüfen lassen, ob die Gemeinnützigkeit gegeben ist.

Weiter heißt es in dem Schreiben, das Sie unten im Original herunterladen können (ohne Screenshots des Original PeTA-posts):
"Im Ergebnis ist also die Frage des Rechtsbruchs eindeuutig zu beantworten.
Ebenso klar erscheint, dass Gemeinnützigkeit und Aufruf zu Rechtsbruch nicht kompatibel sind.
Daher erscheint es uns angebracht, die Gemeinnützigkeit unter den o.a. Aspekten neu zu bewerten bzw. zu überprüfen."

Hier geht's zum Originaltext des Anschreibens.

Collage: AVN
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27.08.2019

Fischschutz in Zeiten des Klimawandels

Miriam Staudte und ihr Kollege, Christian Meyer, beide stellv. Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN in Niedersachsen, hatten eine Delegation des AVN in den Landtag eingeladen.

Ziel war der Austausch über aktuelle Probleme der Angler, über Fisch- und Gewässerschutz.

Werner Klasing, Heinz Pyka, Ralf Gerken und Florian Möllers informierten die Politiker über

(1) den Wert der Beschattung von Fließ- und Standgewässern angesichts der bestehenden und noch zu befürchtenden Klimaveränderungen,

(2) die Notwendigkeit, bei der Wasserkraft ein politisches Zeichen zu setzen und den Bau neuer Anlagen zu unterbinden, überflüssige zurückzubauen und alte nachzurüsten mit funktionsfähigen Fischwanderhilfen, sowie über die notwendige Abschaltung bestehender Großanlagen in der Weser zu Zeit intensiver Fischwanderungen,

(3) die Wichtigkeit eines "Aktionsplan Aquatische Lebensräume" der nds. Landesregierung ab 2020, um insbesondere die WRRL mit viel mehr Nachdruck als bisher umzusetzen

(4) die Wichtigkeit eines Wandels in der öffentlichen und insbesondere der behördlichen Wahrnehmung und Wertschätzung von aquatischen Lebewesen, nicht nur Fischen - aktuell angesichts der Diskussion um das Insektensterben, das aquatische Insekten nahezu vollkommen außer acht lässt.

Nicht neu, aber hochaktuell, das Thema Kormoran und hier der Entwurf für die Änderung der Kormoranverordnung.
Ein Entwurf, den der AVN auf keinen Fall mittragen wird. Und der wieder einmal die Frage aufwirft, warum selbst die Oberste Naturschutzbehörde nicht offen ist für Sachargumente und offenbar derart stark vom Vogelschutz dominiert wird, dass Lebewesen  unter Wasser einfach ein geringerer ökologischer Lebens/Stellenwert beigemessen wird.

Über derartige Verfahren, die in der Verbändebeteiligung landen, werden die Parlamentarier übrigens nicht informiert - selbst dann nicht, wenn sie wie Frau Staudte und Herr Meyer in ihrer Partei für die Themen "Umwelt/Agrar (also auch Fischerei)" oder "Naturschutz" zuständig sind.

Auch das Thema "NATURA2000" durfte nicht fehlen mit Blick auf die Verweigerung der Unteren Naturschutzbehörde im LK Osterholz gegen die fachlich begründete Kritik des AVN gegen die geplanten, massiven Angelverbote an der Unteren Wümme.

Vereinbart wurde ein regelmäßiger Informationsaustausch, um sich besser auf politischer Ebene für Fische und Gewässer einsetzen zu können.

Foto: St. Hoffmann, GRÜNE
(v.l.n.r.: Ralf Gerken, Christian Meyer (GRÜNE), Heinz Pyka, Miriam Staudte (GRÜNE), Werner Klasing, Florian Möllers

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09.08.2019

AVN stellt Strafanzeige

Aufgrund des Online-Beitrages: "Angler in Sicht?" der Tierrechtsorganisation PeTA vom 06.08.2019 und den darin veröffentlichten Verleumdungen und Aufforderungen zu einer Straftat, hat der AVN nach Prüfung durch ein Anwaltsbüro in Hannover heute Strafanzeige gestellt.
In dem Text wurde unter anderem dazu aufgefordert, sich gefangene Fische anzueignen / bzw. wieder in Freiheit zu entlassen, Handyvideos- und fotos von Anglern zu machen und über ein "Whistleblower" Formular hochzuladen oder auch das Vorzeigen der Fischereierlaubnis zu verlangen.
Angler wurden außerdem in unmittelbaren Verdacht gestellt, aggressiv zu sein und alkoholisiert.

"Derartige Diffamierungen lassen wir nicht auf unseren Anglern sitzen", so AVN-Präsident Werner Klasing. Der Verband habe deshalb ein Anwaltsbüro eingeschaltet und PeTA angezeigt. "Gleichzeitig wollen wir unseren Mitgliedsvereinen und den Anglern rechtlich abgesicherte Empfehlungen an die Hand geben, die ihnen in der Auseinandersetzung oder möglichen Rechtfertigung gegenüber der Organisation helfen können", so Klasing weiter.

Gestern Vormittag hatte die Organisation den Original-Text ihrer Autorin, Dr. Tanja Breining, ohne einen entsprechenden Hinweis verändert und die kritischen Punkte komplett gestrichen oder abgeschwächt.
Hier beide Texte (Original vom 06.08.) und geänderte Version (08.08.) zum Vergleich.

Auf der FB Seite von PeTA hatten sich Dutzende Angler in die Diskussion eingeschaltet und mal mehr mal weniger sachlich auf die unsäglichen Äußerungen der Tierrechtsorganisation Bezug genommen. Etliche Unterstützer von PeTA kündigten an, ihre Spenden umgehend einzustellen nach dieser Publikation. War das der Grund für die Änderungen?

Auch ohne Zutun der Angler hat es die Organisation geschafft, gehörige mediale Aufmerksamkeit zu erreichen:
Die Augsburger Allgemeine titelt: "PeTA gibt Tierschützern kuriose Tipps gegen Angler" (und wirft erneut "Tierschützer" und "Tierrechtler" in einen Topf).
Diese Trennung schafft auch die BILD nicht und titelt: "Steine werfen, warum nicht? PeTA provoziert Zoff mit Anglern - "Verwerfliches Hobby": Tierschützer wollen Angler systematisch behindern"

Schön ironisch und mit viel Gelassenheit hat der BLINKER das Thema aufgegriffen und rät zu Freundlichkeit und Aufklärung, wenn Angler von PeTA Aktivisten angesprochen werden.

Das können wir jedem AnglerIn nur raten: bleibt gelassen, kennt Eure Rechte und macht sie geltend.

Was das im Einzelnen bedeuten kann, darüber werden wir noch gesondert informieren und bitten um Verständnis, dass das noch ein wenig dauern wird.
Eine erste Einlassung gibt es aber schon von unseren Kollegen beim Landesfischereiverband Bayern.

Wir halten Sie hier und auf facebook auf dem Laufenden.


Foto: R. Gerken

RGerken VaterSohn angeln