01.12.2017

EU Vorschlag zum Aalschutz: Fangverbot

Am 11. und 12. Dezember entscheidet der Ministerrat der EU über Vorschläge zum Schutz des Aals, die ein komplettes Aalfangverbot auch im Binnenland zur Folge hätten.

Der Anglerverband Niedersachsen hat mit heutigem Datum eine Pressemitteilung verschickt und bezieht Stellung zu den geplanten Maßnahmen.

Dazu Werner Klasing, Präsident des AVN: "Mit einem Fangverbot würde die EU schwerwiegende, hausgemachte Versäumnisse beim Schutz des Aals auf dem Rücken engagierter Angler austragen. Mehr noch: eine Jahrhunderte alte Fischfangkultur würde verschwinden und mit ihr viele Existenzen.
Aalschutz ja, auf jeden Fall! Aber mit nachhaltigen Maßnahmen und mit den Anglern!“

Die europäische Kommission hat zur Wiederauffüllung der europäischen Aalbestände u.a. vorgeschlagen, schnellstmöglich:

  • ein komplettes Aalfangverbot von Tieren > 12 cm im marinen Bereich zu verhängen,
  • eine 50 % Reduktion der Sterblichkeit von Aalen durch Angler, Berufsfischer und Wasserkraftanlagen im Süßwasser zu gewährleisten,
  • den Besatz von Aalen nur noch zu fördern, wenn zuvor ein komplettes Fangverbot verhängt wurde,
  • Negativfaktoren wie die mangelnde Fließgewässerdurchgängigkeit und den illegalen Aalexport abzumildern.


Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung (PDF).
Zentrale Vorschläge der EU und Kritikpunkte des AVN als Kurzfassung (PDF).
Komplette Stellungnahme des AVN (PDF).

Quellen:
[1] Vorschlag für eine Verordnung des Rates zur Festsetzung der Fangmöglichkeiten für bestimmte Fischbestände und Bestandsgruppen in den Unionsgewässern sowie für Fischereifahrzeuge der Union in bestimmten Nicht-Unionsgewässern (2018). Brüssel, den 07.11.2017.

[2] Regulation on Atlantic and North Sea TACs and Quotas for 2018 – Draft Joint Declaration on strengthening the recovery for European eel. Brüssel, den 22.11.2017.



FMO 140628 111148 NEU


Die gute alte Zeit: Aalbesatz in der Weser. Foto: © F. Möllers / AVN

 

20.11.2017

Koalitionsvertrag greift AVN-Forderungen auf

CDU und SPD in Niedersachsen veröffentlichten am vergangenen Donnerstag ihren Koalitionsvertrag.

Kernforderungen des Anglerverbandes Niedersachsen an die neue Landesregierung wurden darin aufgenommen. Dafür haben wir in den vergangenen vier Jahren für die Angler in Niedersachsen gekämpft!

Siehe dazu auch die Wahlprüfsteine (WPSt) des AVN - hier geht's zum download.

Auszüge aus dem Koalitionsvertrag:

(Zeile 2528 - 2558)
"LANDWIRTSCHAFT
12. Fischerei und Angelsport
Die niedersächsische Fischerei umfasst die Berufsfischerei mit der Muschel- und Krabbenfischerei, der Teichwirtschaft sowie die verbandlich organisierte Angelfischerei. Wir wollen sie nach geltender Rechtslage in ihrer Gesamtheit erhalten. {...}

Fließ-, Still- und Küstengewässer sind als Lebensraum für die Fauna in einen guten ökologischen Zustand zu entwickeln und zu erhalten. Die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist hierfür essentiell. {...}

Fischerei- und Anglervereine leisten einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz und tragen zur Wahrung der Artenvielfalt, zum Biotopschutz und zur Sauberhaltung unserer Landschaft bei. Ihre gesellschaftlich wertvollen Aktivitäten gehen damit weit über ein Hobby hinaus.
(AVN Forderung: "Angler - kompetente Partner im Natur- und Gewässerschutz")

SPD und CDU wollen daher die Arbeit der Vereine unterstützen und dafür Sorge tragen, dass Fischer und Angler auch in unseren Schutzgebieten der Fischerei nachgehen und damit die Wertigkeit dieser Gebiete erhalten und erhöhen.
(AVN Forderung: "Angeln in Naturschutzgebieten sichern")

Wir wollen mit den betroffenen Verbänden über eine Novelle des Niedersächsischen Fischereigesetzes beraten.
(AVN Frage, Wahlprüfsteine: "Ist eine Novelle des Nds. Fischereigesetzes erforderlich?")

(Zeile 2648 ff.)
UMWELT
2. Gewässer-, Grundwasser- und Trinkwasserschutz
Wir werden in Ergänzung zum landwirtschaftlichen Fachrecht ein Wassergesetz erarbeiten, welches einen begrünten Saumstreifen von einem Meter Breite an den Gewässern erster, zweiter und dritter Ordnung vorsieht, der die Kriterien einer ökologischen Vorrangfläche ohne Düngung und Pflanzenschutz erfüllt.
(AVN Forderung: "Neue Wege bei der Sicherung von Gewässerrandstreifen")


(Zeile 2756 ff.)
4. Naturschutz, Artenschutz und Biodiversität

Die Trägerschaft für Ökologische Stationen muss allen anerkannten Naturschutzverbänden oder entsprechenden Kooperationen offenstehen. Eine nachhaltige Pflege von Schutzgebieten wird auch durch paritätisch besetzte Landschaftspflegeverbände gewährleistet und ist bei großflächigen und arbeitsintensiven Projekten besonders geeignet. 
(AVN Forderung: "Ökologische Stationen für Jäger und Angler öffnen")

SPD und CDU streben eine engere Zusammenarbeit aller anerkannten Naturschutzverbände und Kooperationen an. Hierzu wollen wir prüfen, ob die Struktur des Landesbüros Naturschutz nach dem Vorbild regionaler Arbeitsgemeinschaften geöffnet oder eine zusätzliche Vernetzungsstruktur geschaffen werden soll."
(AVN Forderung: "Naturschutzverbände gleichberechtigt fördern")


Wir sind stolz auf diesen Erfolg und bedanken uns bei allen, die unsere Arbeit in dieser Richtung unterstützt, gefördert oder verbreitet haben!

2017 11 20 AVN Banner 80x250 Fische fontPfade DRUCK


17.11.2017

Barbara Otte-Kinast (Agrar) + Olaf Lies (Umwelt)

So heißen die beiden frisch nominierten Minister in den Ministerien Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) und Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU).

Frau Otte-Kinast (CDU) löst den Grünen Politiker Christian Meyer ab. Die bisherige Vorsitzende des Landfrauenverbandes in Niedersachsen betreibt mit ihrem Mann in Bad Münder einen Milchviehbetrieb, Ackerbau und eine Biogasanlage.
In der Vergangenheit funktionierte die Zusammenarbeit mit dem ML gut. Christian Meyer war regelmäßig Gast auf den Mitgliederversammlungen des AVN, wertschätzte die ehrenamtlichen Leistungen der Angler und stärkte uns mehrfach den Rücken in der Auseinandersetzung mit PeTA.
Wir hoffen sehr, dass Frau Otte-Kinast ebenfalls ein offenes Ohr für unsere Anliegen hat.

SPDler Olaf Lies wechselt vom Wirtschafts- ins Umweltministerium und beerbt Stefan Wenzel, den für uns so schwer zugänglichen Grünen. Lies, Elektrotechnik-Ingenieur aus Sande im LK Friesland, war Stellvertretender Landesvorsitzender der SPD und Aufsichtsratsmitglied bei Volkswagen.
Wir sind sehr gespannt, welche Akzente er im MU setzen kann.

Wir wünschen Frau Otte-Kinast und Herrn Lies gute, fachlich kompetente Berater und das nötige Fingerspitzengefühl für zukunftsfähige Entscheidungen.

Mehr zu den neuen Ministern der Großen Koalition in Niedersachsen finden Sie hier.

2017 11 17 NeueMinister

Fotos: © dpa