24.03.2014

PeTA im Unrecht: Landwirtschaftsminister Meyer lobt Angler

„Die Landesregierung misst der Angelfischerei in Niedersachsen einen erheblichen Stellenwert bei“, so der Minister wörtlich.

Eine deutlichere Wertschätzung für die Leistungen der Angler in Niedersachsen hätte Christian Meyer kaum finden können:

„Herausragend“ nennt er das über 30-jährige Engagement für die Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle. Örtliche Fischereivereine seien in ihrem Einsatz für die Natur „wichtige Partner des Naturschutzes“. Und Kinder und Jugendliche erlernten seiner Meinung nach durch das Ablegen der Fischerprüfung den respektvollen Umgang mit dem Mitgeschöpf Fisch.

In seiner Antwort zu einer kleinen Anfrage der FDP-Landtagsfraktion findet der Minister klare Worte gegen die Aussage der Tierrechtsorganisation PeTA, Kinder würden beim Angeln an den „Haken der Grausamkeit“ genommen und verlernten das Mitgefühl mit anderen Lebewesen. Das Heranführen von Kindern an das Angeln bewirke genau das Gegenteil, urteilt Meyer. „Kinder lernen hierdurch, dass der Verzehr von tierischen Nahrungsmitteln eine hohe Verantwortung mit sich bringt, da er mit dem Töten von Lebewesen verbunden ist. Dies ist eine wertvolle Erfahrung.“ Der Landwirtschaftsminister lobt außerdemdie Nachwuchsarbeit der organisierten Angelfischerei, die „den Jugendlichen einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen“ vermittele.

 

Das Präsidium von Niedersachsens größtem Naturschutzverband, dem Landessportfischerverband Niedersachsen e.V. (LSFV), freut sich über die positive Stellungnahme der Landesregierung: „Wir Angler sind DIE fachliche Instanz, wenn es um den Erhalt und die Wiederherstellung intakter Gewässer und ihrer Artenvielfalt geht. Unser wichtigstes Anliegen ist, unser Wissen über die nachhaltige Nutzung und den Schutz unserer Gewässer an nachfolgende Generationen weiterzugeben.“

Auch der Landwirtschaftsminister befürwortet diese verantwortungsvolle Nutzung: Fisch aus Niedersachsens Gewässern liefere „einen wertvollen Beitrag zur Eigenversorgung mit frischen, hochwertigen Nahrungsmitteln regionaler Herkunft.“

Im Rahmen ihrer gesetzlichen Hegepflicht führen Niedersachsens Angler in einem beispiellosen freiwilligen Engagement hunderte von Programmen zum Schutz bedrohter Fischarten, zur Förderung der Biodiversität und zur Renaturierung von Gewässerlebensräumen durch – meist auf eigene Rechnung.

LSFV - Präsident Werner Klasing fühlt sich durch die Aussagen des Ministers ermutigt, verstärkt Fördermittel und weitreichende ideelle Unterstützung der Landesregierung einzuwerben, um diesem Hegeauftrag gerecht zu werden: „Intakte Gewässerlebensräume sind unser Vermächtnis. Sie sind ein gemeinsames Naturerbe, das wir Angler mit viel Leidenschaft und Aufwand bewahren und nachhaltig nutzen. Genauso wie viele tausend Menschen, die Tag für Tag die Natur an diesen Gewässern zu ihrer Erholung aufsuchen.“

Trotz der lobenden Worte hat der LSFV ebenso klare Forderungen an Minister Christian Meyer. Im Spannungsfeld Landwirtschaft und Gewässerschutz müsse die Landesregierung ihre Aktivitäten deutlich für den Schutz von Gewässerhabitaten verstärken, fordert Ralf Gerken, Gewässerschutzexperte beim LSFV. „Ob bei der Gülleausbringungspraxis oder bei der Anlagensicherheit von Güllesilos und Biogasanlagen:Wir fordern eine konsequentere Einhaltung und Überprüfung der Gesetze zum Schutz unserer Gewässer. Gleichzeitig erwarten wir nachhaltige Maßnahmen für einen besseren Schutz von Gewässerrandstreifen.“

 

17.03.2014

Gülleunfall vernichtet Bachforellenbestand

im Venner Mühlenbach / Landkreis Osnabrück

Am Mittwoch, 12.03.2014, meldete ein Landwirt auf Evinghausen bei Bramsche den Austritt von Gülle aus einem Lagerbehälter. 75.000 Liter liefen in den Oberlauf eines kleinen Fließgewässers, den Venner Mühlenbach.

Die Polizei wurde um 8.36 Uhr alarmiert, danach eine Ortsfeuerwehr, zwei Stunden später die nächste. Die Wehren stauten den Bach, Landwirte pumpten das noch vorhandene Wasser-Gülle-Gemisch auf umliegende Flächen.
In einem Zeitungsbericht am nächsten Tag in der NOZ hieß es: Die Trinkwasserbrunnen seien nicht gefährdet, ob es Auswirkungen auf die Lebewelt im Bach gäbe, sei noch unklar.

Auf Initiative von Harry Ferch und Michael Hammermeister, Gewässerwarte der NWA e.V., wurde ein 300 m langes Teilstück des Baches am Samstag Nachmittag untersucht:

Tödliche Nitrit - und Ammoniumwerte und mehr als 20 tote Bachforellen.

Florian Möllers war ebenfalls vor Ort und hat den Vorfall dokumentiert, am Samstag die zuständigen Behörden informiert und am Montag, 17.03.2014, eine Pressemitteilung verfasst, die Sie hier einsehen können.

Wenn Sie von ähnlichen Vorfällen in ihrem Vereinsgebiet oder Bezirk erfahren, melden Sie uns das bitte! Und wenn Sie selbst betroffen sind, wenden Sie sich jederzeit an unsere Experten, Ralf Gerken, Thomas Klefoth und Dr. Matthias Emmrich.

Hier geht's zur Pressemitteilung.


14.03.2014

Nach erneutem Tankerunglück: 10 Tonnen Diesel im Elbe-Seitenkanal! Der LSFV rät allen Anglern die verunreinigten Kanalstrecken zu meiden.

Am frühen Morgen des 12.3.2014 ist ein mit Diesel und Schweröl beladenes Tankmotorschiff auf dem Elbeseitenkanal Leck geschlagen, nachdem das Schiff mit der Böschung kollidiert ist. Gut 10 Tonnen Dieselkraftstoff sind auf der Strecke von ca. 22 km zwischen Secklendorf und der Schleuse Esterholz in den Elbeseitenkanal gelangt.

Ein Biologe des LSFV war am nächsten Tag vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen und etwaige Schäden an der Fischfauna zu dokumentieren. Neben starken Geruchsbeeinträchtigungen überzog eine Schicht Dieselkraftstoff großflächig die Wasseroberfläche im Bereich der Schleuse Esterholz.

Ein großflächiger Film aus Dieseltreibstoff überzieht derzeit große Bereiche im Elbe Seitenkanal.

Tote Fische konnten nicht beobachtet werden. Jedoch wurde eine signifikant geringere Sauerstoffkonzentration im Wasser der verunreinigten Kanalstrecke gemessen. Der Film aus Dieseltreibstoff auf der Wasseroberfläche reduziert den Austausch zwischen Wassers und Luft, sodass weniger Luftsauerstoff ins Wasser gelangen kann. Aufgrund der derzeitig vorherrschenden niedrigen Wassertemperaturen von ca. 7 °C ist aber noch ausreichend Sauerstoff im Wasser gelöst, sodass keine akuten Sauerstoffdefizite für die Gewässerorganismen zu erwarten sind. Messungen vor Ort ergaben in der verunreinigten Kanalstrecke durchschnittliche Sauerstoffkonzentrationen von 11,6 mg pro Liter Wasser. Im nicht beeinträchtigten Kanalbereich wurde eine Sauerstoffkonzentration von über 13 mg pro Liter Wasser gemessen.

Der Landessportfischerverband Niedersachsen e.V. rät allen Anglern, die betroffene Kanalstrecke zu meiden, bis sich der Ölfilm auf dem Wasser verflüchtigt hat. Gegen den Verursacher wurde bereits ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Gewässerverunreinigung seitens der Polizei eingeleitet. Der Landessportfischerverband Niedersachsen e.V. wird mit den zuständigen Behörden in Kontakt bleiben und das Ausmaß der Gewässerverunreinigung weiter beobachten.