21.04.2018

AVN Mitzeichner für mehr Durchgängigkeit

Heute ist "World Fish Migration Day"! Weltweit werben Aktionen für die Durchgängikeit ökologisch intakter Gewässer.

Doch trotz klarer Forderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie an die Mitgliedsstaaten hängen viele mit der Umsetzung noch weit hinterher - darunter auch Deutschland.
Die Sustainable Eel Group nutzt den "World Fish Migration Day", um zusammen mit anderen Verbänden und Institutionen auf die Missstände in Europas Gewässern hinzuweisen. Eine gemeinsam unterzeichnete Erklärung soll Druck auf die Entscheidungsträger ausüben und viele Menschen informieren darüber, was an mehr als 1,3 Millionen Quervbauwerken in Europas Flüssen mit wandernden Fischen passiert: Millionen von ihnen werden Jahr für Jahr in Turbinen zerstückelt, Tausende von Wasserkraftanlagen haben schlechte oder nicht funktionsfähige Fischaufstiegsanlagen - vom Fischabstieg gar nicht zu reden.

Sie können helfen und das Thema auch in der lokalen Politik immer wieder zum Gespräch machen und die öffentliche Aufmerksamkeit darauf lenken, was für ein Massensterben unter der Wasseroberfläche passiert. Und das, obwohl bspw. die so genannte kleine Wasserkraft mit Anlagen unter 1 kW Leistung nur einen minimalen Beitrag zur Energiegewinnung leistet.

Der AVN forderte deshalb von der niedersächsischen Landesregierung anlässlich der Landtagswahl 2017:

  • keine Genehmigungen mehr für neue Anlagen
  • Aufrüstung bestehender Anlagen mit modernen und funktionsfähigen Wanderhilfe für den Auf- und Abstieg zu Lasten des Betreibers und
  • konsequentes Monitoring der tatsächlich wandernden Anzahl von Fischen auch an den großen Anlagen (z.B. an der Weser)

Hier geht's zur gemeinsamen Erklärung (PDF, 540kB).

eel Frode Kroglund Collage

Foto & ©: Frode Kroglund, Grafik: © Sustainable Eel Group

08.04.2018

Schockierend: neue Zahlen zum illegalen Handel

10 Schmuggler aus Spanien, Marokko und China wurden bei jüngsten Einsätzen durch Einheiten der spanischen und der portugiesischen Polizei verhaftet. Anlässlich dieser "Erfolge" verkündeten EUROPOL und SEPRONA auf einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag, dass nach neuesten Schätzungen 100t oder 350 Millionen Glasaale jährlich nach Asien geschmuggelt werden. Das entspricht einem Viertel des Glasaalaufkommens an europäischen Küsten.

Andrew Kerr, Vorsitzender der Sustainable Eel Group (SEG): "{...} Während wir die Erfolge der Behörden durchaus begrüßen, weisen wir in aller Deutlichkeit darauf hin, dass diese schockierende Situation das völlige Versagen der Kontrolle (des Handels, Anm. d. Red.) durch die EU-Mitgliedsstaaten und die EU-Kommission aufzeigt. Wann sehen wir endlich den Willen, den Schmuggel aufzuhalten, in allen Ländern?"

Das Geschäftsmodell der Schmuggler ist lukrativer als das für Elfenbein und Kokain: Mit speziellen Plastikbehältern präparierte Koffer von etwa 30kg Gewicht oder 105.000 Glasaalen werden nach Asien geschmuggelt. Dort werden die Tiere ein Jahr lang gemästet und erzielen einen Wiederverkaufswert von 670.000 EURO. Der Gesamtwert der geschmuggelten Aale beläuft sich auf 2.3 Milliarden EURO.

Laut Auswertungen der SEG werden etwa 16% Glasaale illegal gefischt und geschmuggelt, 7% des legalen Fangs werden ebenfalls geschmuggelt - insgesamt etwa 100t.
70% des Gesamtaufkommens oder gut 300t erreichen die Flussmündungen und könnten aufsteigen, wenn nicht zahlreiche Querverbauungen diese Wanderung weitgehend unmöglich machen würden.

Deshalb hat der Anglerverband Niedersachsen Anfang diesen Jahres eine Presse-Erklärung der Sustainable Eel Group mitgezeichnet, die einen besseren Schutz des Europäischen Aals und dabei auch die sofortige Umsetzung der Durchgängigkeit für unsere Fließgewässer fordert.
Zusätzlich gab es ein Interview mit Florian Stein, wiss. Projektkoordinator der SEG, zu Möglichkeiten, den Aal vor dem Aussterben zu bewahren.

AVN FMO 170324 101322


Glasaale aus England für den Besatz des Dümmer Sees, Foto: F. Möllers / AVN

25.03.2018

Neue Minister offen für Erwartungen des AVN

Am 20. März war eine Delegation des AVN zunächst im Ministerium für Landwirtschaft (ML) und anschließend auch im Umweltministerium (MU) zu Gast.

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast als auch Umweltminister Olaf Lies zeigten sich bei den Antrittsbesuchen offen für die Belange der über 95.000 in unserem Verband organisierten Angler.

Zentrales Thema in beiden Gesprächen waren vielfach geplante und umgesetzte Angelbeschränkungen in Schutzgebieten und für die Folgenutzung von Bodenabbaugewässern (Baggerseen).
In beiden Häusern forderten Präsident Werner Klasing und Vizepräsident Heinz Pyka außerdem einen Ministerialerlass, der eine grundsätzliche Vereinbarkeit von Angeln und Naturschutz feststellt. Beide Minister sicherten diesem Anliegen eine wohlwollende Prüfung zu; zumal ein solcher Erlass für Jäger bereits seit Jahren existiert.

Beim Landwirtschaftsministerium bedankte sich der AVN für die gute Zusammenarbeit im Vorfeld der geplanten Novellierung des Nds. Fischereigesetzes, das in Kürze zur Beratung in den Landtag geht.

Mit beiden Ministern wurde - auch zu teilweise kontrovers diskutierten Themen wie Gewässerrandstreifen, Wasserkraftnutzung, Kormoranproblematik und schleppende Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie - ein weiterhin enger Dialog vereinbart.

Eine Pressenotiz aus dem ML finden Sie hier:
https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/ministerin_im_dialog/fischereiministerin-laedt-anglerverband-zum-antrittsbesuch-162900.html

2018 03 20 AVN Besuch MU

AVN-Delegation im MU, v.l.: Präsident Werner Klasing, Verbandsbiologe Dr. Thomas Klefoth, Minister Olaf Lies, Abteilungsleiter Naturschutz Kay Nitsche, Vizepräsident Heinz Pyka, Foto: R. Gerken / AVN

2018 03 20 AVN Besuch ML 02

Ministerin Barbara Otte-Kinast im Dialog mit Werner Klasing / AVN, Foto: Ministerium für Landwirtschaft